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Ist die Kreuzung Eichgärtenallee/Philosophenstraße/Rudolf-Diesel-Straße nicht relevant für den künftigen Verkehr von und zum Gewerbegebiet Alter Flughafen? Aus dem Wiesecker Ortsbeirat kommt Kritik an dieser Einschätzung der Stadt.

Otto-Ansiedlung

Otto-Ansiedlung in Gießen: Sorgen um Schwerverkehr

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Was kommt durch die geplante Otto-Ansiedlung auf Wieseck an Verkehr zu? Diese Frage stellt ein misstrauischer Ortspolitiker. Vor allem die Philosophenstraße steht dabei im Fokus.

Gießen-Wieseck (mö). Die Ansiedlung eines großen Logistikzentrums des Unternehmens Otto im früheren US-Depot war eines der bestimmenden Themen im ersten Halbjahr. Seit dem Sommer indes ist es ruhig geworden um das Riesenprojekt, obwohl die vorbereitenden Arbeiten auf dem AAFES-Areals weiter gegangen sind. Der Wiesecker Ortspolitiker Jürgen Kress (Bürgerliste für Umweltschutz und Frieden), der den Aussagen des Magistrats zur Verkehrsbelastung für Wieseck misstraut, hat das Thema Otto nun wieder aufgerufen.

Anlass ist ein Schreiben aus dem Juni von Bürgermeister Peter Neidel (CDU) an den Ortsbeirat. Darin kündigt der Planungs- und Verkehrsdezernent an, dass im Herbst der Verkehr auf der Philosophenstraße gezählt wird. Damit will der Magistrat eine aktuelle Datengrundlage erhalten, "um bei Bedarf Vergleichswerte" heranziehen zu können, wenn das Otto-Logistikzentrum eines Tages in Betrieb gegangen sein wird. Eine Schwerverkehrsproblematik könne an dieser Stelle von vorneherein ausgeschlossen werden. Neidel: "Der ist hier unzulässig".

Otto-Logistikzentrum in Gießen: Verkehrszunahme sei verkraftbar

Für Kress, einziger Vertreter der BuF im Wiesecker Ortsbeirat, ist die Ankündigung Neidels ein Beleg für ein Versäumnis bei der Erarbeitung der Verkehrsuntersuchung für das gesamte frühere US-Depot, die die Stadt im Frühjahr im Zusammenhang mit der Otto-Ansiedlung (Bebauungsplan Alter Flughafen III) veröffentlicht hatte. Bei dieser Untersuchung waren Verkehrsmengen-Prognosen für die Kreuzungen rund um das Gewerbe- und Wohngebiet Alter Flughafen erstellt und Empfehlungen zum Umbau gegeben worden. Nicht untersucht indes wurde die Kreuzung Rudolf-Diesel-Straße/Zinzendorferweg/Philosophenstraße/Eichgärtenallee. Aus Sicht der Stadt liegt die Kreuzung außerhalb des für die Otto-Ansiedlung "relevanten Straßennetzes", hatte Neidel auf eine Bürgeranfrage im März geantwortet.

BuF-Vertreter Kress sieht darin einen "erheblichen handwerklichen Mangel" der Untersuchung, der jetzt durch die Verkehrszählung auf der Philosophenstraße "kaschiert" werden solle.

Die von Bürgermeister Neidel bislang genannten Zahlen für diese Kreuzung leiten sich als "grobe Schätzung" aus der Untersuchung ab, da der Verkehr auf der Rudolf-Diesel-Straße gezählt wurde. Knapp 11 500 Fahrzeuge verkehrten dort täglich, durch die Otto-Ansiedlung kämen knapp 2000 Fahrten hinzu, fast nur Pkw. Neidel schätzt, dass 50 Prozent dieses Verkehrs die Eichgärtenallee nimmt, 15 Prozent auf die Fahrtrichtung Evangelische Siedlung und 35 Prozent auf die Philosophenstraße entfallen. Davon, so Neidel, müsse noch der Verkehr abgezogen werden, der das Gewerbegebiet Ursulum als Ziel hat. Unterm Strich bleibe eine tägliche Zusatzbelastung von 600 Pkw für Wieseck. Diese Verkehrszunahme sei verkraftbar.

Kress indes reichen diese Hochrechnung und die für Herbst angekündigte "punktuelle Zählung" auf der Philosophenstraße nicht. Er will Klarheit und eine Ermittlung des Kreuzungsverkehrs. Die Aussage, dass 50 Prozent des Verkehrs aus und zur Rudolf-Diesel-Straße die Eichgärtenallee nimmt, hält das Ortsbeiratsmitglied für gewagt. In der Eichgärtenallee gelte Tempo 30, und es werde oft geblitzt. Kress: "Wer soll das glauben mit den 50 Prozent? Die Wiesecker Bürger bestimmt nicht."

Fortsetzung folgt, demnächst bestimmt im Ortsbeirat.

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