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Die bewährten Kita-Träger in Gießen kommen an ihre Grenzen.

Kita-Engpässe in Gießen drohen - Ketten drängen auf den Markt

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Das Thema Kinderbetreuung ist ein drängendes in Gießen. Inzwischen bringen sich auch kommerzielle "Ketten" ins Gespräch. 

Gießen - Die bewährten Kita-Träger in Gießen kommen "an ihre Grenzen". Wegen des Personalmangels sehen sie die Gefahr, dass schon in wenigen Jahren Gruppen schließen müssen. Die Stadt sowie die evangelische und katholische Kirche wollten nicht weiter wachsen. Dennoch widerstehe die Stadt dem Druck kommerzieller "Ketten", die auf den Kinderbetreuungs-Markt drängen. Solche Anbieter sprächen die Stadt immer wieder an. Das sagte Stadträtin Gerda Weigel-Greilich im Jugendhilfeausschuss.

Sie berichtete dort über die geplante Übergabe der Kita Rödgen von der Stadt an die Arbeiterwohlfahrt. Mittlerweile habe es zwei Gesprächsrunden mit Eltern, Erzieherinnen und in den Fachausschüssen gegeben. Außer der Awo hatte kein Verband Interesse angemeldet.

Einem Grundsatzbeschluss des Jugendhilfeausschusses zufolge sollen gewerbliche Kindertagesstätten-Unternehmen in Gießen nicht tätig werden. Wichtig seien "Leitbild" und "Haltung" statt Kommerzorientierung, bekräftigte die Grünen-Politikerin. Freilich arbeiteten solche Anbieter oft auch kostengünstiger. "Der Druck wächst."

Immer drängender werde auch das Problem, Erzieherinnen und Erzieher zu finden, ergänzte Gisela Zimmermann vom Caritasverband. "Schon in ein bis zwei Jahren" könnte sich die Frage stellen, ob das Angebot eingeschränkt werden muss, weil die gesetzlichen Personalschlüssel-Vorgaben nicht mehr erfüllt werden können. "Was machen wir dann? Schicken wir die Kinder nach Hause?", fragte Caritasdirektor Joachim Tschakert und regte an, sich jetzt schon Gedanken darüber zu machen.

Ausschussmitglieder erklärten, es gebe bereits verzögerte Eröffnungen oder Gruppenschließungen etwa in Berlin und Frankfurt. Bundesweit sei "Dynamik" in dem Thema, vor Ort könne man wenig anders regeln, entgegnete Weigel-Greilich. "Ich bin sicher, dass Dinge passieren werden, die man sich heute noch nicht vorstellen kann."

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