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Ghostbikes stehen weltweit an Orten, an denen Radfahrer verstarben. Seit Freitag hat auch Gießen solch ein Mahnmal.

Mahnmal

Traurige Erinnerung: Weißes Rad in Gießen aufgestellt

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Ein weißes Fahrrad in der Frankfurter Straße soll an einen tödlichen Unfall, bei dem eine Radfahrerin von einem Lkw getötet wurde. Aktivisten fordern in der Frankfurter Straße einen Radweg.

Gießen (chh). Dutzende Menschen liegen reglos auf der Kreuzung. Ihre Silhouette ist mit Kreide nachgezogen. Für einen Moment ist es still an der Ecke Frankfurter Straße/Klinikstraße. Die Menschen gedenken der Fahrradfahrerin, die hier am 17. Juli 2015 von einem Lastwagen überrollt worden ist. Jede Hilfe kam zu spät.

Am Freitag haben sich über 100 Menschen in Gießen an einer Verkehrswendeaktion beteiligt. Zur Teilnahme aufgerufen hatte ein Bündnis aus umwelt- und verkehrspolitischen Gruppen der Stadt. Zum Programm gehörte auch das sogenannte Die-In. Durch ihr Hinlegen wollten die Beteiligten nicht nur an den Unfall erinnern, sondern auch dazu auffordern, die Verkehrsführung für Fahrradfahrer sicherer zu machen. Sie fordern vor allem einen Fahrradweg auf der Frankfurter Straße, der auch stadteinwärts führt. Bürgermeister Peter Neidel hat solch ein Vorhaben in Aussicht gestellt, entweder als Begegnungsverkehr auf dem vorhandenen Radstreifen stadtauswärts oder aber durch einen zweiten Radweg auf der in Richtung Innenstadt verlaufenden Seite.

Gießen: "Ghost Bike" erinnert an verstorbenen Radfahrer

Doch die Prüfung dauert den Aktivisten zu lange. Am Freitag zeichneten sie daher kurzerhand selbst zwischen Schubertstraße und der Kreuzung an der Robert-Sommer-Straße einen Radweg ein. Die Stadt hatte dafür die äußere Fahrspur gesperrt. "Der Verkehr floss trotzdem wunderbar", betonte Fabian Mirold-Stroh von der Grünen Jugend. Die Sorge, ein Fahrradstreifen würde den Verkehrsfluss hemmen, sei also unbegründet.

Gießen: Fahrraddemo durch die Stadt

Um 15 startete dann vom Berliner Platz aus eine Fahrraddemo. An der Klinikstraße angekommen, griff Matthias Matzen zum Megafon. "Wir haben Haut, nicht Blech. Wir haben Knochen, keine Karosserie", betonte der ehemalige "Stadtradeln"-Star und forderte die rund 100 Demonstranten auf, sich auf die Kreuzung zu legen. Nach einer Runde über den am Vormittag eingezeichneten "Radweg" kehrte die Gruppe zur Klinikstraße zurück.

Dort wartete bereits ein Unterstützer mit einem weiß gestrichenen Fahrrad. Als der Tross hielt, kletterte er auf eine Leiter und befestigte den Rahmen an einer Straßenlaterne. Solche sogenannten Ghostbikes erinnern auf der ganzen Welt an tödlich verunglückte Radfahrer. Seit Freitag auch in der Gießener Klinikstraße.

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