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Die Stadtwerke haben für die Freibäder in Kleinlinden (Foto) und Lützellinden an heißen Tagen die Öffnungszeiten verkürzt, was für Zündstoff sorgt.

Freibad-Öffnungszeiten

Kleinlinden: Empörte Bürger machen Ärger über Freibad-Öffnungszeiten Luft

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Bei einer Sondersitzung des Ortsbeirates Kleinlinden machen empörte Bürger ihrem Frust über verkürzte Freibad-Öffnungszeiten Luft. Die Stadtwerke wollen derweil an einer Lösung arbeiten.

Gießen-Kleinlinden (jri). Im Becken würde man von einer ordentlichen "Arschbombe" sprechen, so hoch schlugen die Wellen am Mittwochabend im Ortsbeirat Kleinlinden. Grund für die mitten in den Sommerferien angesetzte Sondersitzung des Gremiums - mit Bürgerfragestunde - waren die verkürzten Öffnungszeiten in den Freibädern in Kleinlinden und Lützellinden. Unmittelbar vor den Sommerferien hatten die Stadtwerke (SWG) als Betreiber der Bäder die Öffnungszeiten an heißen Tagen (ab prognostizierten 25 Grad Celsius) um zwei Stunden gekürzt - statt von 10 bis 20 Uhr sind die beiden Freibäder nur noch von 12 bis 20 Uhr offen. Als Grund wurden Personalengpässe durch Krankheitsfälle angegeben. Die kürzeren Öffnungszeiten lösten umgehend Protest und Widerstand bei den Badegästen aus. Die FDP-Fraktion im Ortsbeirat hatte daraufhin eine Sondersitzung einberufen und den Antrag an den Magistrat gestellt, alles dafür zu tun, um die verkürzten Öffnungszeiten wieder zurückzunehmen.

Den Zorn und Ärger der Bürger bekam vor allem Uwe Volbrecht ab, der als Leiter der Gießener Bäder bei der Sitzung dabei war. "Ich fühle mich betrogen", sagte eine Saisonkartenkäuferin. "Unverschämt" sei die Kürzung der Zeiten in den Stadtteil-Bädern, meinte eine andere Bürgerin, zumal das Freibad in der Stadtmitte (Ringallee) eine Stunde länger bis 21 Uhr geöffnet werde. "Das passt doch nicht zum angeblichen Personalmangel." Die Stadtwerke seien eine "Klitsche, die es nicht schaffe, genug Personal einzustellen", lautete ein anderer Vorwurf. Die Öffnungszeiten würden von Jahr zu Jahr weniger werden. Ein regelmäßiger Schwimmer meinte, ihn habe vor allem die Informationspolitik geärgert: "Wir standen bei bestem Wetter vor verschlossener Freibadtür." Andere Bürger äußerten die Angst, das Freibad in Kleinlinden könne ganz geschlossen werden.

Kleinlinden: "Wir werden das Bad erhalten"

Dem entgegnete Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD), die zugleich Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stadtwerke ist: "Wir werden das Schwimmbad in Kleinlinden erhalten. Wir waren in einer Notsituation, in der gehandelt werden musste." Bäder-Leiter Volbrecht versprach, dass man trotz der erkrankten Fachkräfte "intensiv an einer Lösung" arbeite, die alten Öffnungszeiten weitgehend wieder herzustellen. So habe man im Hallenbad in der Ringallee alle Kurse, die von Fachkräften für Bäderbetriebe geleitet werden, abgesagt, um die frei werdenden Ressourcen für die Stadtteilbäder zu nutzen. Auch das Westbad, das derzeit wegen Arbeiten am Hub-Boden geschlossen ist und übernächste Woche wieder öffnen sollte, werde bis Ferienende geschlossen bleiben, um die dort arbeitende Fachkraft in Kleinlinden und Lützellinden einsetzen zu können. Allerdings konnte Volbrecht noch keine konkreten Angaben machen, wie die Öffnungszeiten für die Stadtteilbäder für den Rest der Ferien und des Sommers an heißen Tagen aussehen werden.

Der Antrag der FDP an den Magistrat, alles dafür zu tun, die verkürzten Öffnungszeiten wieder zurückzunehmen, wurde anschließend angenommen, wobei sich die SPD-Fraktion ihrer Stimmen enthielt.

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