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In Gießen protestieren nicht nur Schüler gegen den Klimawandel. Der Verein "Lebenswertes Gießen" hat einen Bürgerantrag zur Klimaneutralität im Jahr 2035 gestellt.

Gießen 2035Null

Klimaneutrales Gießen: Bürger engagieren sich

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Der Verein "Lebenswertes Gießen" hat einen Bürgerantrag zur Klimaneutralität Gießens im Jahr 2035 eingereicht. Dieses lokale Klimaziel soll nun rechtskräftig festgeschrieben werden.

Gießen (jri). Der Verein "Lebenswertes Gießen" ist seinem Ziel, Gießen bis zum Jahr 2035 zu einer klimaneutralen Stadt zu machen, einen kleinen Schritt näher gekommen. Denn der Verein und seine Unterstützer haben in den letzten Wochen mehr als 1000 Unterschriften für einen Bürgerantrag zur Kampagne "2035Null" gesammelt und diesen Antrag nun im Rathaus im Büro von Bürgermeister Peter Neidel abgegeben. Ziel des Antrags ist es, die Klimaneutralität Gießens für das Jahr 2035 rechtsverbindlich festzulegen. Jetzt wird sich das Stadtparlament voraussichtlich in seiner ersten Sitzung nach den Sommerferien am 26. September mit diesem Antrag befassen.

Laut Antrag sollen die Stadtverordneten die lokale Klimaneutralität zum offiziellen Gießener Ziel erklären und dies in einer Satzung oder mittels eines anderen Rechtsinstruments verbindlich festlegen. "Es muss in jedem Fall eine rechtliche Verbindlichkeit her, das ist der entscheidende Knackpunkt. Es wird Aufgabe des Rechtsamtes sein, die richtige Form dafür zu finden. ", sagt Lutz Hiestermann, Vorsitzender von "Lebenswertes Gießen".

Unter den Unterstützern der Kampagne seien auch einige Stadtverordnete, die den Antrag mit unterschrieben hätten.

Gießen: Weitere Unterschriften sammeln

Um dem Ziel, Gießen in den nächsten 16 Jahren klimaneutral zu entwickeln, noch weiteren Nachdruck zu verleihen, will "Lebenswertes Gießen" in den nächsten Wochen weitere Unterschriften sammeln. "Es ist eine andere Aussage, ob wir 2000 oder 3000 statt 1000 Unterschriften haben", erläutert Hiestermann.

Unterstützt wird der Verein dabei unter anderem von "Fridays for Future", "Scientists for Future", dem AStA, dem Stadtschülerrat und der Gießener "Raumstation". In der kommenden Woche soll ein Koordinierungstreffen mit diesen Organisationen und anderen Unterstützern stattfinden. Auch inhaltlich wollen der Verein und seine Mitstreiter die Kampagner weiter vorbereiten und vor allem in den Bereichen Verkehr und Energie konstruktive Pläne zur Erreichung des Klimazieles entwickeln.

Auch mit den Hochschulen und mit der Industrie (IHK) sollen Gespräche geführt werden. "Die IHK und auch die Stadtwerke sind für uns wichtige Ansprechpartner. Es muss Veränderungen geben. Wir können nicht beim Business as usual bleiben, auch die Industrie muss beim Klimaschutz ihre Verantwortung erkennen und sich klar positionieren", sagt Hiestermann.

Zudem wollen die Verantwortlichen die Kampagne "2035Null" in der Öffentlichkeit noch stärker bekannt machen. "Da haben wir noch Potenzial", bekennt Hiestermann. Wer sich über die Kampagne näher informieren will, kann dies im Internet unter www.2035Null.de tun.

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