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Vier Frauen und sechs Männer beim ersten Spatenstich für das Gefahrenabwehrzentrum im früheren US-Depot.

Gefahrenabwehrzentrum

Gießen: Ampelschaltung in ganzer Stadt wird für Gefahrenabwehrzentrum angepasst

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Zwei Jahre lang soll gebaut werden, dann wird das große Gefahrenabwehrzentrum im Gewerbe- und Wohngebiet Alter Flughafen bezugsfertig sein. Dann wird es in Gießen auch die heiß ersehnte "grüne Welle" geben. Aber nur für die Berufsfeuerwehr, wenn sie bei Alarm ausrückt.

Wer ist eigentlich nicht da?", hätte am Dienstagmittag die Frage angesichts des Menschenauflaufs im früheren US-Depot lauten müssen. Geschätzt über 100 Personen hatten sich an der Straße Stolzenmorgen auf einem plattgewalzten Baufeld versammelt. Uniformen und Arbeitskluft von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk, von Bundeswehr und Rettungsdiensten, Vertreter von Baufirmen und Planer, Depot-Eigentümer Daniel Beitlich (Revikon GmbH) waren ebenso zu sehen wie viele Bürgermeister aus dem Kreis Gießen, Regierungspräsident Christoph Ullrich, Abgeordnete aus Stadtparlament und Kreistag und natürlich die beiden Bauherrinnen, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Landrätin Anita Schneider. Nach fünfjährigen Planungen, etlichen Gutachten, Abstimmungen mit dem Land Hessen und vielen Diskussionen und Beschlüssen der parlamentarischen Gremien erfolgte endlich der erste Spatenstich für das gemeinsame Gefahrenabwehrzentrum von Stadt und Kreis. "Wir wollen in zwei Jahren fertig sein", sagte die Landrätin.

Für den symbolischen Akt war ein Löschzug als Hintergrundkulisse hinter dem Sandhaufen geparkt worden, in dem zwölf Spaten steckten. Errichtet werde kein "x-beliebiges Bürogebäude", sondern ein Stützpunkt, in dem über 100 Menschen wohnen, arbeiten, essen und schlafen werden. "Dieses Gebäude wird niemals leerstehen, und man kann unter der Nummer 112 immer jemand erreichen", sagte die Oberbürgermeisterin.

Gefahrenabwehrzentrum Gießen: Grüne Welle für die Feuerwehr bei Alarm

Eine Zäsur wird das Projekt für die städtische Berufsfeuerwehr, die die Steinstraße nach fast 60 Jahren räumen wird, wenn der neue Stützpunkt spätestens in 2022 bezogen wird. Der Standort im früheren US-Depot sei "mit Bedacht" ausgewählt worden, Grundlage für die Entscheidung sei eine Analyse der Hilfsfrist von zehn Minuten gewesen. Denn innerhalb dieser Zeit muss die Feuerwehr ihre Einsatzorte erreichen, so ist es vorgeschrieben. Deshalb ist ein Bestandteil des Projekt eine Anpassung des Verkehrsrechners. "Für die Feuerwehr wird im gesamten Stadtgebiet bei Alarm eine grüne Welle geschaltet", erklärte die OB.

Schneider betonte den interkommunalen Ansatz des in Hessen bislang "einmaligen" Vorhabens. Das Pilotprojekt vereine die Berufsfeuerwehr der Stadt Gießen, die Abteilung Gefahrenabwehr und die Zentrale Leitstelle des Landkreises für den Katastrophenschutz unter einem Dach. Hinzu komme das neue feuerwehrtechnische Zentrum mit Schulungs- und Unterrichtsräumen, eine Atemschutzstrecke sowie weitere Trainingsstätten. Sie werden künftig allen Wehren des Landkreises zur Verfügung stehen. Zudem werden in dem Zentrum Dienstleistungen rund um das Thema Brand- und Katastrophenschutz angeboten, damit sich die Einsatzkräfte auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können. Im neuen Stützpunkt werde "Gefahrenabwehr in allen erdenklichen Formen" ausgeübt, sagte Grabe-Bolz.

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