+
Solche Bilder wie bei der NPD-Demo am 11.7.2011 bleiben Gießen vorerst erspart.

Rechte Demo

Neonazi-Marsch durch Gießen abgesagt - Alles nur Show?

  • schließen

Ein Ex-NPD-Funktionär aus Sachsen wollte mit bis zu 200 Gesinnungsgenossen am 15. Februar durch Gießen marschieren. Nun hat er seine Anmeldung zurückgezogen. War alles nur Show?

  • Gießen: Neonazi-Demo mit bis zu 200 Teilnehmern war angekündigt
  • Gegenveranstaltungen wurden bereits angemeldet
  • Nun hat Organisator andere Termine, Demo vorerst abgesagt

Gießen - In der Anmeldung war von 150 bis 200 Teilnehmern die Rede. Mit Bannern, Fahnen, Lautsprechern und Livemusik sollten am 15. Februar Rechtsextremisten durch Gießen ziehen. Ihr Motto: "Deutsche Zukunft schaffen - Gegen Überfremdung, Sozialabbau und Parteienfilz". 

Diese Demonstration, die die Versammlungsbehörde der Stadt Gießen und die Polizei seit Monaten beschäftigt, wird nicht stattfinden, zumindest nicht am 15. Februar. Dies hat der Anmelder Marco Wruck aus dem sächsischen Weißenberg nun gegenüber der GAZ angekündigt. "Aufgrund der Gedenkveranstaltung in Dresden, an welcher ich selbstverständlich teilnehmen werde, wird sich der Termin noch verschieben", erklärte der frühere Vorsitzende des NPD-Kreisverbands Bautzen.

Gießen: Ankündigung von Neonazi-Demo sorgte für Rätselraten

Wrucks Anmeldung für die Demo Mitte Februar, die er bereits im September bei der Stadt abgegeben und der Lokalpresse zur Kenntnis gegeben hatte, sorgte seitdem für Rätselraten. Warum soll ein Neonazi aus Sachsen in Gießen eine Demonstration, die vom Bahnhof zum Hauptgebäude der Universität hätte führen sollen, organisieren?

Im Auftrag der neonazistischen Splitterpartei Die Rechte, für die Wruck angeblich eine Strukur in Sachsen aufbauen soll, handelt er jedenfalls nicht. "Herr Wruck hat die Demonstration am 15. Februar in Gießen als Privatperson angemeldet. Es handelt sich hierbei nicht um eine Demonstration der Partei Die Rechte", teilte Parteichef Sascha Krolzig vor einigen Tagen auf Anfrage mit. In Aufrufen der Gießener Linksszene zum Protest gegen den Neonazi-Aufmarsch - einige Gegenveranstaltungen sind bereits angemeldet worden - war behauptet worden, es handele sich um eine Demonstration der Partei Die Rechte.

Gießen: Neonazi-Demo abgesagt, Organisator an andere Termine

Termine für Kooperationsgespräche, zu denen die städtische Versammlungsbehörde Wruck nach Gießen gebeten hatte, nahm der Anmelder nicht wahr; ein weiteres war für kommende Woche anberaumt worden.

Aber auch dieser Termin hat sich erledigt. Wruck hat Besseres zu tun: Am 15. Februar werden voraussichtlich hunderte Neonazis durch Dresden marschieren und das Gedenken an die Zerstörung der Stadt vor 75 Jahren durch britische Bomberverbände auf ihre Weise zelebrieren. Tausende Gegendemonstranten werden erwartet. FOTO: SCHEPP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare