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Sommerlad öffnet am kommenden Sonntag. 

Einzelhandel

In Gießen gibt es jetzt "kleine Verkaufssonntage" - Was genau dahintersteckt

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Das Corona-Sonderrecht ermöglicht auch in Gießen genehmigungsfreie Ladenöffnungen an Sonntagen. Auch die Möbelhäuser dürfen sonntags öffnen.

Gießen - Viel wird über die Einschränkungen im öffentlichen Leben und in der Wirtschaft diskutiert. In einigen Bereichen sorgen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aber auch für den Wegfall von bisher geltenden Beschränkungen. So kann der Einzelhandel an den nächsten zwei Sonntagen die Geschäfte öffnen, weil die Landesregierung in einer ihrer letzten Corona-Verordnungen das hessische Ladenöffnungsgesetz teilweise außer Kraft gesetzt hat. Die Verordnung ist befristet und läuft am 5. Juni aus. Sie gilt ausdrücklich nicht für den Pfingstsonntag (31. Mai).

Da die Geschäfte in eigenem Ermessen entscheiden können, ob sie an den beiden kommenden Sonntagen öffnen werden, ist es schwer, eine Übersicht zu erhalten. In Gießen werden wohl nur wenige Handelshäuser und Läden die Möglichkeit nutzen. Einen Verkaufssonntag am 17. Mai in der genehmigten Zeit zwischen 13 und 18 Uhr kündigen unter anderem die Möbelhäuser Sommerlad im Schiffenberger Tal und Wohnmaxx im Gewerbegebiet West an.

Dagegen wird sich der Seltersweg nicht beteiligen. "Die Kundenfrequenz und die Umsätze rechtfertigen den Aufwand eines verkaufsoffenen Sonntags noch nicht", sagt Markus Pfeffer vom BID-Verein Seltersweg. Die Kundenströme hätten das Niveau vor Ausbruch der Coronakrise noch längst nicht erreicht. "Die Leute sind vorsichtig, und das ist auch gut so", sagte der BID-Geschäftsführer. Für alle Läden in der Fußgängerzone könne er aber nicht sprechen und wisse auch nicht, ob es vereinzelt zu Öffnungen kommt. Pfeffer: "Jeder kann selbst entscheiden, ob er am Sonntag seinen Laden aufmacht."

Die Stadt, die bislang die verkaufsoffenen Sonntage jeweils genehmigen musste, bestätigt das. "Ja, wir sind aus diesem Thema vorerst raus", sagte Magistratssprecherin Claudia Boje mit Verweis auf die Landesverordnung vom 9. Mai.

Beim BID Seltersweg hofft man, dass die Politik angesichts der Umsatzverluste für den stationären Einzelhandel in der Coronakrise im kommenden Herbst und nächsten Frühjahr ähnliche Zeitfenster wie jetzt öffnet, um verkaufsoffene Sonntage außer der Reihe zu ermöglichen. So entging dem Gießener Einzelhandel durch den Shutdown bereits der Verkaufssonntag beim abgesagten Event Sport in der City. Im Verkaufssonntag-Kalender 2020 steht jetzt nur noch der Krämermarkt im Oktober.

Ein Wörtchen mitzureden, ob es in den nächsten Monaten bei der Steuerung der Corona-Pandemie zu weiteren Aussetzungen des Ladenöffnungsgesetzes kommt, hat die aus Kirchen und Gewerkschaften bestehende Allianz für den freien Sonntag. Sie könnte die entsprechenden Corona-Verordnungen juristisch angreifen. Mit Blick auf die bis 5. Juni geltende Verordnung sei das aber "kein Thema", sagte ein Vertreter der Gießener Allianz auf GAZ-Anfrage.

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