Kam es in einem Gießener Corona-Testzentrum zu Ungereimtheiten? Die Ermittlungen laufen.
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Kam es in einem Gießener Corona-Testzentrum zu Ungereimtheiten? Die Ermittlungen laufen.

Kriminalpolizei ermittelt

Gewerbsmäßiger Betrug? Gießener Corona-Testzentrum verschickt offenbar gefälschte Ergebnisse

  • Florian Dörr
    VonFlorian Dörr
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Aus einem Corona-Testzentrum in Gießen könnten gefälschte PCR-Testergebnisse verschickt worden sein. Die Ermittlungen der Polizei laufen.

Gießen - Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Gießen führen aktuell ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs gegen zwei Beschuldigte aus dem Landkreis Gießen. Den 41 und 48 Jahre alten Männern wird vorgeworfen, in der Corona-Testzentrale am Berliner Platz 2 (negative) gefälschte PCR-Testergebnisse übersandt und pro Test zu Unrecht 79,90 Euro vereinnahmt zu haben.

Bislang konnten etwa 177 Verdachtsfälle mit einem potentiellen Schadensvolumen von rund 14.160 Euro ermittelt werden.

Die Ermittlungen gerieten Ende vergangener Woche aufgrund eines Zeugenhinweises in Gang. Eine in Gießen auf Corona getestete Person teilte der Polizei mit, dass sie ihr negatives PCR-Testergebnis via Whatsapp erhalten habe und dieses offenbar mit einer falschen Uhrzeit versehen war. Außerdem habe sie das Entgelt in bar entrichten müssen. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der Laborbefund gefälscht war.

Betrug in Corona-Testzentrum in Gießen? Augenscheinlich gefälschter Laborbericht sichergestellt

Aufgrund dieser Erkenntnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft Gießen bei dem zuständigen Amtsgericht Durchsuchungsbeschlüsse wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs. Die Durchsuchungen in dem Testzentrum und bei den Beschuldigten führten zum Auffinden von diversen Beweismitteln. Insbesondere konnten eine vierstellige Summe Bargeld, Speichermedien und auch ein Exemplar eines augenscheinlich gefälschten Laborberichts sichergestellt werden.

Der 41-Jährige, bei dem es sich um einen Mitarbeiter des Testzentrums handelt, räumte bei einer ersten Befragung ein, gefälschte Laborbefunde versandt zu haben. Ob und inwieweit der 48 Jahre alte Betreiber des Testzentrums in die Vorgänge involviert ist, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Erst im April hatte das Corona-Testzentrum am Berliner Platz in Gießen eröffnet. (Archiv)

Zwecks Ermittlung etwaiger weiterer Betrugstaten werden Personen, die sich in besagtem Testzentrum haben untersuchen lassen und dabei Unregelmäßigkeiten festgestellt haben, gebeten, sich bei der Polizei in Gießen zu melden (Tel.: 0641-7006-2555).

Ein Großteil der bislang bekannten, dort getesteten Personen konnten am Wochenende von der Polizei erreicht und über die fehlende Aussagekraft der angeblichen PCR-Testergebnisse informiert werden.

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