+

Main-Weser-Bahn

Chaos nach Stellwerk-Schließung bei Gießen - ProBahn spricht von Skandal

  • vonRedaktion
    schließen

Eine Krankheitsfall hat von Freitag auf Samstag zur Schließung eines Stellwerks bei Gießen geführt. Die wichtige Nord-Süd-Verbindung Frankfurt-Kassel war für neun Stunden unterbrochen. Der Fahrgastverband ProBahn ist empört.

  • Krankheitsfall sorgt für Probleme bei Stellwerk
  • Bahn-Verkehr zwischen Gießen und Friedberg massiv gestört
  • Fahrgastverband ProBahn zeigt sich empört

Gießen/Friedberg - Wegen eines Krankheitsfalls hat die Deutsche Bahn in der Nacht zu Samstag für neun Stunden das Stellwerk Bergwald bei Kleinlinden, das sich kurz vor dem Gießener Bahnhof befindet, stillgelegt. "Zwischen 21 und 6 Uhr war aufgrund einer kurzfristigen Krankmeldung der Zugverkehr im Raum Gießen beeinträchtigt", sagte ein Bahnsprecher. Betroffen sei die Verbindungen zwischen Gießen und Friedberg gewesen. Rund 30 Züge der Bahn und der Hessischen Landesbahn verspäteten sich und wurden umgeleitet. Als Ersatz habe es einen Verkehr mit Bussen gegeben. Seit dem Samstagmorgen laufe der Betrieb wieder normal.

Der Fahrgastverband Pro Bahn bezeichnet den Vorfall als "Skandal". Durch die Störung der einzigen Verkehrsachse mit durchgängigen schnellen Regionalzügen zwischen Rhein-Main und Nordhessen seien zahlreiche Wochenendpendler nicht mehr zu ihren Zielen gekommen und gestrandet. Der Ersatzverkehr habe zu lange Fahrzeiten gehabt. "Entweder kam es zu deutlichen Wartezeiten von mehr als einer Stunde in Gießen oder es bestand kurze Zeit später überhaupt keine Verbindung mehr", erklärte Pro Bahn. Die Information über den Ausfall sei zu spät kommuniziert worden.

Stellwerkstörung bei Gießen: Linienbusse blockieren Schienenersatzverkehr

Der Regional-Express 30 war laut ProBahn zwar zwischen Gießen und Kassel planmäßig unterwegs. Jedoch aufgrund einzelner komplett ausgefallener Verbindungen und der damit viel längeren Reisezeit, unter anderem mit der doppelt so lange fahrenden S 6 von Frankfurt bis Friedberg und dem mehr als doppelt so lange fahrenden Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen, habe die Ankunft in Gießen so spät gemacht, dass die Züge bis nach Kassel von den Fahrgästen hätten nicht mehr erreicht werden können.

Hinzu sei noch das Chaos gekommen, dass in der Pause befindliche Linienbusse in Gießen den Bussteig für den SEV derart blockiert hätten, dass die SEV-Reisebusse nicht zum Einstieg hätten heranfahren konnen. In Einzelfällen hätten in Friedberg wegen der Hauptlastrichtung nicht genügend Busse bereit gestanden.

Stellwerkstörung bei Gießen: Fahrgastverband mit deutlicher Kritik

Dies ist laut ProBahn nicht die erste Stellwerksschließung aufgrund Personalmangels auf der Main-Weser-Bahn. "Vor gut zwei Jahren war das Stellwerk Marburg dicht und zwischen Gießen und Treysa fuhr kein Zug", erklärt der Fahrgastverband. Dass es soweit komme, dass auf einer Hauptstrecke die Infrastruktur für neun Stunden stillgelegt werden müsse, sei trotz der dazwischenliegenden Nachtstunden völlig inakzeptabel. 

Auf die Deutsche Bahn kämen jetzt deutliche Maluszahlungen zu, welche die Verkehrsverbünde als Auftraggeber vom Infrastrukturbetreiber für die nicht erbringbare Nahverkehrsleistung einfordern müssten. Letztlich sei wegen es wegen der Eigentumsverhältnisse so, dass es nur vom einen in den anderen öffentlichen Topf transferiert werde. Die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sei nun gefordert, gerade weil sie in den Entscheidungsgremien der Deutschen Bahn ihren Einfluss habe, nun "ein kurzfristiges Umdenken" herbeizuführen, erwartet ProBahn.

Derweil sorgt am Montag eine Oberleitungsstörung für massive Behinderungen im Bahn-Verkehr zwischen Kassel, Gießen und Frankfurt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare