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Wann die Freibäder öffnen, ist noch unklar. Jedenfalls wird es wieder Corona-Schutzmaßnahmen geben.

Freibadsaison in Gießen

Gießen: Freibäder erneut vor ungewisser Saison

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Die Freibadsaison könnte jetzt starten. Eigentlich. Doch so schnell wird das nicht passieren. Die Inzidenz im Landkreis ist zu hoch. Auch die Bundesnotbremse spielt eine Rolle.

Es ist extrem schwer, einen genauen Zeitpunkt für die Öffnung der Gießener Freibäder zu nennen, sagt Ulli Boos, Sprecher der Stadtwerke Gießen. »Eine Öffnung hängt stark von der Entwicklung in den nächsten Tagen ab.« Trotz aller Unwägbarkeiten habe man sich aber gut vorbereitet, um das Freibad Ringallee sowie die Stadtteilbäder in Kleinlinden und Lützellinden innerhalb weniger Tage öffnen zu können, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt. »Ich rechne nicht vor Mitte/Ende Mai damit«, sagt Uwe Volbrecht, der die Gießener Bäder leitet.

Diese Aussage gilt nur für die Ringallee. Da die beiden Stadtteilbäder nicht beheizt werden, öffnen sie nämlich in der Regel erst Anfang Juni. Hygienekonzepte stünden jedenfalls aus dem vergangenen Jahr zur Verfügung; allenfalls werde punktuell nachgeschärft. Zudem weite man das E-Ticketsystem mittels neuer Automaten auch auf die beiden kleineren Bäder aus, um auch hier die üblicherweise hochfrequentierten Eingänge zu entlasten.

Über die Homepage der Gießener Bäder (www.giessener-baeder.de) kann man - sobald geöffnet - Tickets erwerben. Wie vergangenes Jahr gibt es ein Kontingent von vier Karten pro Person, also ausreichend für eine Familie mit zwei Kindern. Außerdem bleibt ein Kontingent für jene zurückgehalten, die nicht vorher online buchen wollen.

Studierende der Justus-Liebig-Universität und der Technischen Hochschule Mittelhessen können mit ihrem Semesterticket umsonst ins Bad, müssen aber anders als vergangene Saison ebenfalls vorher online Plätze buchen. Zudem dürften in Kleinlinden und Lützellinden - letztes Saison blieben beide Bäder ganz geschlossen - wegen der kleineren Fläche weniger Besucher eingelassen werden als vergangenen Sommer in die Ringallee. Maximal 500 waren es dort an einem Tag - etwa ein Zehntel der bisherigen Besucherrekorde.

Bundesnotbremse verbietet Öffnung

Mit genauen Zahlen halten sich die Stadtwerke noch bedeckt. Viel mehr als 30 Personen dürften es in den kleineren Bädern allerdings nicht werden, die gleichzeitig ins kühle Nass dürfen; in der Ringallee sieht das Konzept maximal 60 Personen für das große Becken vor. Wie man darüber hinaus mit Geimpften und negativ Getesteten verfahren werde - darüber müsse man noch nachdenken, erläutert Volbrecht.

Eines ist klar: Normalen, unbeschwerten Spaß mit vielen Freunden im Wasser oder beim Sport auf den Liegewiesen wird es zumindest im Frühsommer nicht geben. Die Corona-Pandemie gebietet insbesondere hier, wo normalerweise viel Bewegung und Kontakt herrscht, weiterhin Einschränkungen und Augenmaß.

Nicht von ungefähr stehen Schwimmbäder in den »Perspektiven für eine verantwortungsvolle Öffnung« der hessischen Landesregierung erst auf der »Möglichen Lockerungsstufe III« von insgesamt vier. Zunächst war diese Stufe für die Zeit nach den Osterferien angedacht gewesen. Zudem schreibt das vergangene Woche beschlossene vierte Infektionsschutzgesetz (Bundesnotbremse) vor, Schwimmbäder bei einer Inzidenz über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen in einem Landkreis zu schließen. Im Kreis und der Stadt Gießen liegt sie derzeit zum teil weit über 200.

Anfang des Jahres noch optimistisch

Mit einer »zügigen Öffnung« sei daher nicht zu rechnen, verlautbarten die Gießener Bäder vergangene Woche auch auf Facebook und schreiben weiter: »Deshalb verzichten wir in diesem Jahr auch darauf, Saison- und Dauerkarten zu verkaufen. Wir können schlicht nicht gewährleisten, dass die Nutzung dieser Karten in der gewohnten Weise erfolgen kann.«

Im Februar war man bei den Gießener Bädern noch recht optimistisch, als die Inzidenz im Landkreis noch bei etwas über 50 lag »Wir sind guter Dinge, dass es möglich sein wird, die Freibäder unter Pandemiebedingungen zu öffnen«, sagte Volbrecht damals. Die Termine stünden schon fest - natürlich unter Vorbehalt und abhängig von den Infektionszahlen. Für die Ringallee war der 26. April vorgesehen, der 5. Juni für die Stadtteilbäder veranschlagt. »Wir können es leider nicht jedem recht machen«, sagt Volbrecht heute. »Einige werden sich ärgern, anderen werden sich freuen, dass zumindest ein bisschen geht.« Wann immer es grünes Licht gibt.

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