Projekte wie die A 49 will der Bund künftig selbst planen, auch in Gießen. FOTO: DPA
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Projekte wie die A 49 will der Bund künftig selbst planen, auch in Gießen. FOTO: DPA

Standortentscheidung

Bundesamt sucht Büros in Gießen - Bis zu 150 Mitarbeiter

  • Burkhard Möller
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Einer von vier Standorten des neuen Fernstraßen-Bundesamts soll in Gießen aufgebaut werden, Derzeit wird nach geeigneten Büros für bis zu 150 Mitarbeiter gesucht.

Gießen (mö). Die Nachricht aus der Bundeshauptstadt hatte im Juni 2018 zu freudigen Reaktionen in Gießen geführt: Einer von vier Standorten des neuen Fernstraßen-Bundesamts (FBA) soll in Gießen aufgebaut werden, verkündete damals Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Seitdem ist es ruhig geworden um die Behörden-Ansiedlung. Im Hintergrund ist der Aufbau aber im Gang, um in einem Jahr starten zu können. "Das Fernstraßen-Bundesamt baut derzeit den Standort Gießen aufgabenadäquat auf", erklärte FBA-Sprecher Volker Stößel auf Anfrage.

Der Standort Gießen soll laut Stößel insbesondere als Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde für Autobahnen in Südwestdeutschland tätig sein. "Des Weiteren wird derzeit nach einer geeigneten Liegenschaft in Gießen gesucht", fügte Stößel hinzu.

Angaben zur Zahl der Mitarbeiter am Standort Gießen macht das FBA noch nicht, im Juni vor zwei Jahren war von bis zu 150 die Rede. Die gesamte Behörde, die ihren Hauptsitz in Leipzig und Regionalstellen in Bonn, Hannover und Gießen haben wird, wird über etwa 400 Mitarbeiter verfügen, davon allein 250 in der Leipziger Zentrale. Von daher scheint die Zahl 150 für Gießen etwas hochgegriffen.

Momentan sucht die neue Behörde Mitarbeiter, im Fokus stehen dabei Beschäftigte der Bundesländer, die bislang in der Straßenbauverwaltung tätig sind und zum Arbeitgeber Bund übergeleitet werden sollen. In Leipzig, Hannover und Bonn finden im Februar Informationsveranstaltungen statt. Zur Gewinnung von Mitarbeitern wird es laut Pressesprecher Stößel auch in Gießen "zeitnah" eine Informationsveranstaltung geben.

Aus lokaler Sicht ist es natürlich von Interesse, wo in Gießen die neue Bundesbehörde unterkommen wird. Als die Standortentscheidung im Sommer 2018 bekanntgegeben wurde, brachte die Stadt einige eigene Flächen (Motorpool, Europaviertel) sowie Investorengrundstücke (Güterbahnhof, früheres US-Depot) ins Gespräch. Für einen Neubau dürfte die Zeit bis zum 1. Januar 2021 aber zu knapp werden.

Das FBA ist gegründet worden, damit sich der Bund selbst um das 13 000 Kilometer lange Netz der Autobahnen kümmern kann. Die Bundesregierung verspricht sich davon, Investitionen beschleunigen und beim Ausbau überregionale Schwerpunkte absichern zu können. Bisher gibt der Bund als Eigentümer das Geld, die Länder sind für Planung, Bau und Betrieb zuständig.

Neben dem Bundesamt ist eine bundeseigene Autobahngesellschaft vorgesehen, die ihren Sitz in Berlin und mehrere regionale Niederlassungen haben wird. Hessen kam hier bislang nicht zum Zug, was bei der hessischen Landesregierung für Unverständnis sorgte.

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