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Gießen im Farbrausch

  • vonRedaktion
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Gießener Motive erstrahlen in ganz neuen Farben. Jedenfalls wenn man im neuen Gießen-Kunstbuch von Hans Matick blättert. Der "Fotomaler" zeigt seine Bilder aber nicht nur in Büchern, sondern auch als faszinierende Illuminationen auf Fassaden von Gebäuden.

Hinter dem Alten Schlachthof leuchtet es rot und man glaubt, es ginge dort die Sonne auf. Das Stadttheater wirkt, als wäre es mit purem Gold übergossen. Und die Eckkneipe in der Wetzsteinstraße präsentiert sich dank Computerbearbeitung in einer gestrichelt wirkenden Farborgie. Die Bilder von Dr. Hans Matick, die er in seinem neuen Gießen-Kunstbuch zusammengestellt hat, zeigen eindeutig ein Gießen, das man so noch nie gesehen hat. Und sind darum umso faszinierender.

Denn der "Fotomaler" aus Laubach-Wetterfeld hat markante Motive aus dem Mittelhessischen am Computer im ganz eigenen Stil bearbeitet. "Meine Fotomalereien aus Gießen, Grünberg, Hungen, Laubach und Lich lassen die schönsten Szenen unseres Gießener Landes in neuen Farben erstrahlen", beschreibt er seine Kunst, und lässt sie von den Drei Schwätzern auf der Buchrückseite mit ein paar sarkastischen Sprüchen kommentieren.

Man kann zwar das ganze Buch für 100 Euro kaufen, das jeweils eigens für den Besteller gedruckt wird. Aber man kann auch jedes einzelne der auf 58 Seiten gezeigten 80 Motive individuell als Druck erwerben - in jeder Größe und auf jedem Druckmedium. Es gibt bereits Postkarten für Lich. Maticks Bestreben ist es aber nicht, Postkarten oder Kalender zu verkaufen. Wenn sich dafür Interessenten finden, würde er allerdings die Rechte an den Bildern verkaufen.

"Warum müssen Bilder immer an der Wand hängen? Für meine Projektionen bevorzuge ich den öffentlichen Raum. Gebäude. Natur", sagt Matick und arbeitet mit Fotografie, Fotokolorierungen, Fotomalerei, 3-D-Konstruktionen,Videoinstallationen, Großprojektionen, Medienkunst und Lichtcuben. Dabei bezeichnet er sich nicht als Künstler, sondern als "Bildermacher".

Viele werden sich noch an eine seiner zahlreichen Videoprojektionen auf die Fassade der Schiffenberg-Basilika im März vergangenen Jahres erinnern, bei der er im Zusammenhang mit einer Gruppenausstellung in der Galerie auf dem Schiffenberg leuchtstarke Motive samt Musikuntermalung im Riesenformat zeigte.

Großprojektion in Gießen geplant

Und ähnliches hat er wieder vor. Geplant ist eine Großprojektion im Zentrum von Gießen. Die Projektion ist bereits fertig. Es muss nur noch ein Datum gefunden werden. Als Besonderheit bauen sich die Gießen-Motive in einer Art Zeitraffer auf. "Das macht alles richtig spannend", freut sich Matick.

Der künstlerische Werdegang des 1953 in Laubach geborenen "Bildmachers" ist erstaunlich. Viele Jahre arbeitete er als Zahnarzt mit eigener Praxis in Kirchhain, tauschte dann den Bohrer gegen die Fotokamera und reiste um die Welt. Er studierte technische Redaktion und Multimedia-Dokumentation an der FH Gießen-Friedberg und lebte eine Weile in den USA, wo er mit 3-D-Animationen arbeitete.

Der heute im Laubacher Ortsteil Wetterfeld lebende "Bildmacher" hat nicht nur einen Werbefilm für die Stadt Hungen gedreht, sondern verfasst auch Fotobücher von seinen Reisen und seiner Kunst. Sein letztes Buch war ein Lehrbuch mit dem bezeichnenden Titel "Ein gutes Foto ist Musik für die Augen" mit Regeln zur Gestaltung guter Fotos und eigenen Beispielsbildern

Und noch etwas hat Matick auf seiner Agenda: Er experimentiert mit Wachsmalerei. Seine Bilder entstehen aus eingefärbtem Wachs und mit Hilfe eines Bügeleisens. "Das hat gar nichts mehr mit Enkaustik im herkömmlichen Sinne zu tun", betont er. "Ich habe einen neuen, sehr plastischen, dreidimensionalen eigenen Stil entwickelt." Fernziel seiner Wachsmalerei sei es, nicht nur Sehenden sondern auch Blinden Malerei tast- und fühlbar zu machen. "Das wird noch einiger Übung bedürfen, denke jedoch, dass es klappen wird", ist er zuversichtlich.

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