Die Schrägparkplätze in der Neuen Bäue fallen weg.
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Die Schrägparkplätze in der Neuen Bäue fallen weg.

Verkehr

Wie in Gießen Fahrradfahren sicherer werden soll

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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In der Innenstadt in Gießen soll der Radverkehr gestärkt werden. Welche Schritte die Stadt nun geplant hat.

Von einem "Deal" ist die Rede, auf den sich die Parteien der Gießener Koalition aus SPD, CDU und Grünen vor geraumer Zeit geeinigt haben sollen. Die CDU soll es abgelehnt haben, dem Radverkehr eine Spur des Anlagenrings zu überlassen, dafür habe die Union eingewillligt, dass es auf einigen innerstädtischen Vertikalachsen deutliche Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger geben soll. Das es sich hierbei offensichtlich nicht um "Fake News" handelt, zeigt eine Ankündigung von Bürgermeister Peter Neidel, die der Magistrat am Freitgnachmittag der Presse übermittelte.

Demnach beginnen am Dienstag und Mittwoch an der Ausfahrt der Neuen Bäue zum Berliner Platz bzw. der Ost- und Südanlage Arbeiten, um die Sicherheit für den Radverkehr zu erhöhen. Auch in der Gegenrichtung zum Marktplatz wird sich einiges tun. So werden es vor allem viele Radfahrer, aber bestimmt auch die Busfahrer begrüßen, dass künftig in der Neuen Bäue keine Autos mehr unvermittelt rückwärts in die Fahrbahn stoßen werden.

In Gießen: Vor den Autos über die Kreuzung

Aber der Reihe nach: Wie der CDU-Verkehrsdezernent ankündigt, finden zunächst vor der Ampel Neuen Bäue/Berliner Platz Markierungsarbeiten statt. Damit die Radfahrer leichter nach vorne gelangen und bei Grün vor dem Pkw-Verkehr über die Kreuzung fahren können, wird die Fahrbahn Richtung Berliner Platz neu aufgeteilt, wobei die Rechtsabbiegespur zur Südanlage bleibt. Die Aufstellfläche für Radfahrer vor dieser Haltlinie wird aber größer.

Die verbleibende Fläche wird laut Neidel aufgeteilt auf eine gemeinsame Fahrspur für den geradeausfahrenden und linkseinbiegende Verkehr sowie einen Radfahrstreifen für den geradeausfahrenden Radverkehr samt einem aufgeweiteten Radaufstellstreifen, kurz ARAS. Linkseinbiegender Radverkehr in die Ostanlage kann bei Rot ebenfalls den Vorbeifahrstreifen nutzen, um sich links auf dem ARAS einzuordnen. Schaltet die Ampel in der Anfahrt auf Grün, soll der Radfahrer die Fahrspur nutzen und sich dort mittig einordnen, um nicht mit dem geradeausfahrenden Autoverkehr in Konflikt zu geraten. Die Fahrspur sei ohnehin so schmal, dass Radverkehr nicht mit dem erforderlichen Abstand von mindestens 1,50 Meter überholt werden könnte. In der Gegenrichtung wird die Linksabbiegespur für den Radverkehr in die Johannesstraße deutlich verlängert.

Die Maßnahmen begründet Neidel auch mit Verkehrsmessungen: "Die wiederkehrenden Messungen im Rahmen des Forschungsprojekts Movebis zeigen, dass die Neuen Bäue eine der wichtigsten Achsen für den Radverkehr ist. Ohne kostenintensiven Umbau soll der Radverkehr in allen Fahrbeziehungen vor den wartenden Kfz-Verkehr gebracht werden und so bei Grün schneller über den Berliner Platz kommen."

Weitere Maßnahmen betreffen die Neuen Bäue und die Schulstraße. "Um die Übersicht beim Ausparken zu erhöhen und damit das Risiko insbesondere für den Fahrradverkehr zu reduzieren, werden "in Kürze" die Schrägparkplätze in der Neuen Bäue in Längsparkplätze umgewandelt", erklärt Neidel. Das wird einige Parkplätze kosten.

Außerdem wird der Gehweg bei der Einmündung Sonnenstraße durchgezogen. Bislang hatte hier der rechtsabbiegende Autoverkehr Richtung Kanzleiberg/Brandplatz Vorrang. Neidel sieht in dieser Maßnahme auch eine "Stärkung dieser wichtigen Fußgängerachse".

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