Traditionell wird in der eritreischen Küche mit den Händen gegessen.
+
Traditionell wird in der eritreischen Küche mit den Händen gegessen.

Gastrotipp

Exotische Küche im Mama of Africa

  • Anna-Luisa Hortien
    vonAnna-Luisa Hortien
    schließen

Afrikanische Melodien und exotische Gewürze: Im Mama of Africa wird gegessen fast wie in einer anderen Welt - und das ohne Besteck.

Fruchtiges Bier, würzige Soßen und Ingera: Das sind die Herzstücke der Küche im Mama of Africa. Das Lokal in der Gießener Bahnhofstraße sieht von außen eher unscheinbar aus. Doch wer durch die Tür tritt, taucht in eine andere Welt ein. Aus den Lautsprechern klingen leise afrikanische Melodien, an den Wänden hängt farbenfrohe Dekoration und es riecht nach Kukuma, Marsala und anderen exotischen Gewürzen. 

Seit 2007 betreibt Elsa Yemane gemeinsam mit ihrem Bruder das afrikanische Restaurant in Gießen. Zunächst am Asterweg und seit 2011 in der Bahnhofstraße. Die Geschwister kommen aus Eritrea und präsentieren im Mama of Africa die Küche ihres Heimatlandes. 

"Gegessen wird bei uns traditionell mit den Händen", sagt Elsa Yemane. "Das Ingera ersetzt sowohl den Teller als auch das Besteck." Ingera ist ein weiches, gesäuertes Fladenbrot. Es wird traditionell in Äthiopien und Eritrea gegessen. Elsa Yemane backt es jeden Tag frisch. "Normalerweise wird es mit Teffmehl gemacht , wir verwenden hier in Deutschland aber eine Mischung aus verschiedenen Mehlsorten." 

Mama of Arfica: Gewürzmischungen direkt aus Eritrea

Dazu gibt es würzige Soßen mit oder ohne Fleisch. Die Auswahl reicht von roten Linsen und Kichererbsen über gebratenen Spinat mit Knoblauch bis hin zu Hühnchen mit Kurkumasoße oder scharfen Rindfleischstreifen. Die meisten Gewürzmischungen haben die Geschwister direkt aus Eritrea mitgebracht. Das gibt den Soßen einen unverwechselbaren Geschmack. 

Elsa Yemane betreibt seit 2007 das Mama of Africa in Gießen gemeinsam mit ihrem Bruder.

Am beliebtesten sind die gemischten Platten, sagt Elsa Yemane. Es gibt sie rein vegetarisch (10,90 Euro), mit Rind und Huhn (12,90 Euro) oder mit Lamm (17,50 Euro) und sie werden am Tisch geteilt. Je mehr Personen mitessen, desto größer der Teller beziehungsweise das Ingera. Darauf werden die Soßen serviert. Zusätzlich bekommt jeder ein trockenes Ingera. Davon werden kleine Stücke abgerissen, mit denen man die Speisen greift. 

Das ist gar nicht so schwer, wie gedacht. Bei den ersten Bissen muss man zwar etwas üben, bis man die richtige Technik raus hat, doch dann geht es ganz einfach – und die Finger bleiben dank dem Fladenbrot sauber. Nur selten komme es vor, dass jemand nach Messer und Gabel frage, sagt Elsa Yemane. "Wir ermutigen unsere Gäste immer, es erst einmal mit den Händen zu probieren, bevor sie aufgeben." 

Mama of Africa: Fruchtig afrikanisches Bier

Gegen den Durst gibt es afrikanisches "Dju-Dju" Bier. Es kommt in Geschmacksrichtungen wie Banane, Ananas oder Mango daher und schmeckt mild und fruchtig. Anstatt eines Glases bekommt man dazu eine kleine Schale. Sie heißt "Calabash". Es ist die ausgehöhlte und getrocknete Hülle eines Flaschenkürbisses. Wer keinen Alkohol mag, kann afrikanischen Tee probieren. Er wird mit "Karkadeh" gemacht, einer Hibiskusart. 

Zum Nachtisch gibt es warme Datteln mit Karamellsoße. Für Gruppen ab fünf Personen bietet Elsa Yemane zum Abschluss auch eine eritreische Kaffee-Zeremonie an. Wer sich also auf die fremde Kultur einlässt, erlebt einen spannenden und einzigartigen Abend mit vielen neuen Geschmacks- und Ess-Erlebnissen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare