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Das EV wird die Jugendherberge kaufen.

Gibt es einen Ersatz?

Gießen: Evangelisches Krankenhaus kauft Gelände der Jugendherberge

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Das Evangelische Krankenhaus will das Gelände der Jugendherberge kaufen und für Verwaltung, Hospiz und Betriebs-Kita nutzen. Derweil laufen Gespräche über einen stadtnahen Ersatzstandort für die Jugendherberge.

Gießen – Angedeutet hatte sich die Entwicklung bereits im vergangenen Spätsommer, nun werden Nägel mit Köpfen gemacht: Das städtische Gelände mit der leer stehenden Jugendherberge im Richard-Schirrmann-Weg wird an die Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Mittelhessen gGmbH verkauft. Dies gab der Magistrat am Dienstag bekannt. Für das bebaute Grundstück unterhalb des Hardtwäldchens muss die Trägergesellschaft des »EV« laut Magistratsvorlage 430 000 Euro an die Stadt zahlen.

Die Gießener Jugendherberge wurde im ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr geschlossen und auch im Sommer nicht mehr geöffnet. Ende August gab der Landesverband Hessen des Deutschen Jugendherbergswerks dann bekannt, diesen Standort in Gießen dauerhaft zu schließen.

Gießen: Stadt hat „sehr hohes“ Interesse an Ersatz für Jugendherberge

Zu den ersten Interessenten, die sich bei der Stadt damals gemeldet hatten, zählte das »EV«. Laut Liegenschaftsdezernentin Gerda Weigel-Greilich plant das Krankenhaus eine Nutzung für die eigene Verwaltung und das Hospiz, als Übernachtungsmöglichkeit für Mitarbeiter und vielleicht auch als kleine Betriebs-Kita. Laut der Stadträtin habe es weitere Interessenten gegeben. Darunter sei auch der Verein Unterer Hardthof gewesen, der sicherlich auch eine attraktive Nutzung hätte realisieren können. »Wir haben dann aber die Priorität bei dem Krankenhaus und der Stärkung des Gesundheitssektors gesehen«, sagte Weigel-Greilich. Der vom Magistrat beschlossene Verkauf muss vom Parlament in der letzten Sitzung der Wahlperiode am 4. März bestätigt werden.

Unisono betonten Weigel-Greilich, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Bürgermeister Peter Neidel das »sehr hohe Interesse« der Stadt Gießen an einem möglichst schnellen Ersatzstandort für eine Jugendherberge. »Es kann ja nicht sein, dass eine junge Stadt wie Gießen jetzt über Jahre keine Jugendherberge hat«, sagte Grabe-Bolz mit Verweis auf andere Unistädte wie Heidelberg oder Marburg, wo Jugendherbergen zentral in der Stadt lägen. Weigel-Greilich berichtete in diesem Zusammenhang von »guten Gesprächen« mit dem Landesverband des Jugendherbergswerks. »Wir sind intensiv dahinterher, dass wir eine Lösung finden«, ergänzte Weigel-Greilich. Ziel sei ein innenstadtnaher Standort. Die Stadt sei bei der Suche behilflich, ein Neubau müsste vom Landesverband errichtet werden, dafür gebe es aber hohe Zuschüsse.

Gießener Jugendherberge: Modernisierung änderte nichts an Defizit

Die Stadt hatte dem Jugendherbergsverband das Areal am westlichen Stadtrand 1951 in einem Vertrag überlassen, der jetzt aufgehoben wurde. Das hübsche Gebäude und die schöne Lage sowie eine Modernisierung vor der Landesgartenschau 2014 änderten nichts an den Defiziten wie der veralteten Ausstattung, der geringen Zimmerzahl und der Lage weit ab vom Zentrum. (mö)

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