"Sport in der City"

Gießen: Erster Verkaufssonntag 2020 genehmigt

Ende März haben die Gießener Geschäfte in der Innenstadt an einem Sonntag geöffnet. Das hat die Stadtverwaltung bestätigt.

Gießen(mö). So früh ist wohl noch nie ein verkaufsoffener Sonntag in Gießen genehmigt worden. Bereits in der vergangenen Woche gab die Stadt grünes Licht für die Veranstaltung "Sport in der City" am 29. März kommenden Jahres. Wie die Stadt auf Nachfrage bestätigte, hängt die frühzeitige Genehmigung mit dem neuen hessischen Ladenöffnungsgesetz zusammen. Das gilt zwar erst ab 1. Januar, der Landtag hat die Änderungen aber schon vor einigen Wochen beschlossen. "Das Gesetz sieht vor, dass derartige Genehmigungen drei Monate vor der Veranstaltung bekanntgemacht sein müssen", erklärte Stadtsprecherin Claudia Boje.

Der Stadt hätten prüfbare Unterlagen vorgelegen, da das Rechtsamt den Veranstalter rechtzeitig auf die Gesetzesänderung aufmerksam gemacht habe. Generell würden an Antragsunterlagen, die mehr als drei Monate vor der Veranstaltung vorgelegt werden müssen, keine zu hohen Anforderungen gestellt werden können. Boje: "In Gießen haben wir damit gegenwärtig weniger Probleme, da verkaufsoffene Sonntage derzeit nur zu eingeführten Veranstaltungen zugelassen werden, zu denen Erfahrungswerte über Umfang, Konzept und Besucherandrang vorliegen."

Auch die aus Kirchen und der Gewerkschaft Verdi bestehende Allianz für den freien Sonntag war von der Stadt zur Durchführung von "Sport in der City" angehört worden, bestätigte Verdi-Vertreter Helmut Appel. "Wir hatten da nichts zu beanstanden. Es ist das bekannte Veranstaltungskonzept."

Die schwarz-grüne Landesregierung hat die Drei-Monats-Frist eingeführt, damit es - wie in der Vergangenheit - nicht mehr in den letzten Tagen vor einem verkaufsoffenen Sonntag zu Eilverfahren vor den Verwaltunsgsgerichten kommt. In Gießen war 2016 die Ladenöffnung zu Liebigs Suppenfest zwei Tage vorher gerichtlich gestoppt werden. Gleichwohl ist der Einzelhandel mit dem neuen Ladenöffnungsgesetz nicht zufrieden, weil die Durchführung verkaufsoffener Sonntage weiterhin an ein sogenanntes Marktgeschehen gekoppelt bleibt, das nachweislich mehr Besucher anlocken muss als die Ladenöffnung. Dieser Anlassbezug macht es in größeren Städten mit großen Einzelhandelsflächen wie in Gießen nahezu unmöglich, entsprechend zugkräftige Events oder Märkte zu kreieren. Letztlich bleiben die Verkaufssonntage vom Wohlwollen der Allianz für den freien Sonntag abhängig. Insofern wird es wohl in Gießen bei zwei Terminen bleiben: Sport in der City im Frühjahr und Krämermarkt im Herbst. Das Stadtfest im August will der Einzelhandel nach dem mäßigen Zuspruch 2018 nicht mehr nutzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare