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Beriha Koc im Gespräch mit GAZ-Redakteur Marc Schäfer. EP

Sommergespräche

Anwohnerin über Gießen: „Den Marktplatz entsiegeln und begrünen“

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
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Wir fragen Gießenerinnen und Gießener, welche Themen aus ihrer Stadt sie derzeit umtreiben.

Gießen - Auf Bänken kommt man ins Gespräch, das hat sich in der Pandemie gezeigt. Um zu erfahren, was die Gießener bewegt, verabreden sich GAZ-Redakteure in den Sommerferien mit netten Menschen zum Schwätzchen. Die heutige »Kandidatin« ist Beriha Koc (48).

Sagen Sie mal, Frau Koc, was nervt Sie derzeit in der Stadt?

Wenn Beriha Koc von ihrer Wohnung in der Nähe des Neuen Schlosses in die Stadt aufbricht, fällt ihr immer wieder auf, dass die meisten Mülleimer voll sind und der Abfall vom Wind durch die Gegend geweht wird. »In der Pandemie haben viele Menschen damit begonnen, sich draußen zu treffen und dort auch zu essen. Die städtischen Mülleimer sind nicht groß genug, den dadurch anfallenden Abfall aufzunehmen«, sagt Koc. Sie meint: »Es sollte doch kein Problem sein, größere Mülleimer aufzustellen.«

Gießen: „Es gibt so viele Menschen in der Stadt, die viel Gutes tun“

Und was gefällt Ihnen aktuell besonders gut?

Die »ganz große Sache« kommt Koc bei dieser Frage nicht in den Sinn. Es sind eher die kleinen Dingen, an denen sie sich in ihrer Stadt erfreut. »Ich mag die begrünten Verkehrsinseln, die Blumen dort sind so schön anzuschauen.« Als Innenstadtbewohnerin und Fahrradfahrerin mag Koc auch, dass »Radfahrern nach und nach mehr Platz im Verkehrsraum eingeräumt wird. Auch das kulturelle und gastronomische Angebot werde in Gießen immer umfangreicher. »Die Stadt macht sich immer mehr«, sagt Koc.

Wen wollten Sie immer schon mal loben?

Koc muss lange überlegen. »Mir ist in letzter Zeit nichts aufgefallen, was ich besonders loben wollen würde«, sagt sie dann. »Aber bedanken - das möchte ich mich gerne. Und zwar bei all den vielen Menschen in Gießen, die sich sozial engagieren, die Ehrenämter ausfüllen, Flüchtlingen helfen. »Es gibt so viele Menschen in der Stadt, die viel Gutes tun.«

Gießen: Die Verkehrs- und Klimawende vorantreiben

Was würden Sie als erstes in Angriff nehmen, wenn Sie Oberbürgermeisterin wären?

Koc lacht. »Ich würde natürlich größere Mülleimer aufstellen lassen.« Das ist aber noch nicht alles. Auch ein Großprojekt würde Koc sofort in Angriff nehmen. Die Umgestaltung des Marktplatzes. »Wenn man ehrlich ist, ist das ein hässlicher Ort an einem prominenten Platz, an dem sich nichts Gutes versammelt«, sagt die Gießenerin. Sie würde den Busbahnhof verlagern und die Fläche entsiegeln und begrünen. »Dann hätten wir im Herzen der Stadt einen grünen Ort, der auch im Zuge des Klimawandels noch Aufenthaltsqualität haben könnte. »

Bitte beenden Sie folgenden Satz: »Für Gießen wünsche ich mir ...

... dass die Stadt den eingeschlagenen Weg weitergeht und in Sachen Verkehrs- und Klimawende das Tempo erhöht. (mac)

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