Etwa 150 meist junge Menschen ziehen am Freitag mit Fahrrädern durch die Innenstadt. FOTO: SCHEPP
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Etwa 150 meist junge Menschen ziehen am Freitag mit Fahrrädern durch die Innenstadt. FOTO: SCHEPP

Fridays for Future

Gießen: Demo auch heute - Der Kampf ums Klima geht weiter

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Rund 150 meist junge Menschen beteiligen sich an einer Fahrraddemonstration durch die Innenstadt. "Fridays for Futer" meldet sich damit im öffentlichen Raum zurück.

"Wir haben viel erreicht" - nun gelte es wieder auf die Straße zu gehen: Mit dieser Botschaft kehrte am Freitag die Bewegung "Fridays for Future" nach einer Corona-Pause in die Gießener Öffentlichkeit zurück. Rund 150 Menschen - größtenteils Schülerinnen und Schüler - zogen bei einer Fahrraddemonstration durch die Innenstadt. Heute folgt ein breit angelegter Verkehrswende-Aktionstag, der Auto- und Busverkehr zeitweise beeinträchtigen wird.

In der Auftaktrede am Berliner Platz kritisierte Mitorganisatorin Anne-Marie die Stadtpolitik. Im ignoranten Umgang mit dem vom Stadtparlament beschlossenen Ziel, dass Gießen bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden soll, "wird Bürgerengagement untergraben".

Die Schülerin unterstrich zugleich, dass die weltweite Bewegung keinen Grund zur Resignation habe. Es sei "Fridays for Future" zu verdanken, dass der Klimawandel kein "verstaubtes Randthema" mehr sei, sondern Einzug in den Alltag und die Politik gehalten habe. "Mischt euch ein!", so ihr Appell. Unter anderem gelte es, Klimakrise-Leugner im Internet nicht unwidersprochen zu lassen.

"Fridays for Future" sei "ganz klar antirassistisch und antifaschistisch", sagte Evelyn. Der Kampf um Klimagerechtigkeit habe in vieler Hinsicht eine "bessere Welt" zum Ziel.

Entsprechend breit war das Spektrum der Anliegen, die in weiteren Reden angesprochen wurden. Die Lage der Kurden gehörte ebenso dazu wie Solidaritätsbekundungen mit "Black lives matter" und den Besetzern des Dannenröder Walds im Vogelsberg, Kritik am Fleischkonsum und an der hessischen Landespolitik.

"Mischt euch ein"

Unter dem Motto "Mehr Platz fürs Rad" führte die Demo von der Ludwigstraße zur Frankfurter Straße und weiter um den Anlagenring. Am Nachmittag folgte ein "öffentliches Plenum" auf dem Kirchenplatz. Auch zum Verkehrswende-Aktionstag am heutigen Samstag ab 12 Uhr mit dem Schwerpunkt untere Grünberger Straße ruft die Initiative mit auf.

Die von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg ausgegangene Bewegung "Fridays for Future" erlebte ihren bisherigen Höhepunkt im vergangen Herbst. In Gießen gingen bis zu 2000 Menschen aller Altersstufen für die Klimarettung auf die Straße.

Während der Coronakrise sei das Organisationsteam im Internet weiter aktiv gewesen, berichtete Nele im GAZ-Gespräch. "Wir wollen wieder größer werden. Die Klimakrise bleibt relevant." Adrian Rühl erläutert: Die Basis-Bewegung wolle hohe Ziele stecken, um die Politik zum Handeln zu zwingen. Eines davon sei die "Abschaffung des motorisierten Individualverkehrs".

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