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Leere Ludwigstraße am Samstagmittag. 

Saubere Luft

Corona lässt Gießen durchatmen: Luft ist sauberer

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Weniger Verkehr aufgrund der Corona-Krise sorgt für die Reduzierung von Luftschadstoffen. Auch in Gießen hat sich die Luftqualität aktuell verbessert.

Gießen - Der Chef des Bundeskanzleramts hatte den vergangenen Samstag in Sachen Ausgangssperre zum "entscheidenden Tag" erklärt, und das Volk hörte auf den Gießener Helge Braun. In Gießen und anderen Städten waren die Straßen bereits um die Mittagszeit fast autoleer.

Diese Reduzierung des Autoverkehrs in Zeiten des Coronavirus sorgt augenscheinlich für eine Verbesserung der Luftqualität. Dies zeigt der Blick in die aktuellen Messdaten des Hessischen Landesamts für Natur, Umwelt und Geologie. Am 21. und 22. März sank die Belastung mit dem gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxid auf 13 und 15 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In den Tagen zuvor hatten sich die Tagesmittelwerte noch um die 50 Mikrogramm bewegt. Zulässig ist eine Belastung von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (Jahresmittelwert). Ab Montag, als es trotz der Verlegung vieler Arbeitsplätze ins Homeoffice wieder Berufsverkehr gab, stiegen die Werte - bei gleichbleibender Witterung - wieder an. Die Werte der Vorwoche wurden aber nicht erreicht.

Auch beim Feinstaub gingen die Werte, die in Gießen an der Messstation in der Westanlage ermittelt werden, am Wochenende in den Keller und bewegten sich zwischen sieben und acht Mikrogramm. In den Tagen zuvor lagen sie zwischen 20 und 30 Mikrogramm. Der Grenzwert beim Feinstaub liegt bei 50 Mikrogramm pro Tag. Wird er mehr als 30mal im Jahr überschritten, müssen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen werden. Davon ist Gießen derzeit weit entfernt; zuletzt bewegte sich der Durchschnittswert bei 22 Mikrogramm, und es gab nur eine Handvoll Überschreitungen im Jahr.

Zumindest beim Feinstaub zeigt sich freilich, dass das Wetter den Gehalt der Luft mit Schadstoffen mindestens genauso stark beeinflusst. Anfang März, als es noch keinerlei Auswirkungen durch die Verbreitung des Coronavirus auf die Mobilität und Wirtschaft gab, waren die Feinstaubwerte sogar noch niedriger als am vergangenen Wochenende. Einfacher Grund: Der ständige Regen spülte die Stäube aus der Luft. 

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