Der Bubble Tea ist zurück - in Gießen zum Beispiel in der Walltorstraße, wo Anfang August "Buteeho" eröffnet hat.
+
Der Bubble Tea ist zurück - in Gießen zum Beispiel in der Walltorstraße, wo Anfang August »Buteeho« eröffnet hat.

Bubble Tea

Hype um Trend-Getränk ist zurück: Neues Café in Gießen brummt

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
    schließen

Er feiert sein unerwartetes Comeback: Der Bubble Tea. In Gießen steht man oft lange an. Der neue „Buteeho“-Laden ist angesagt. 

  • Vor einem neuen Café in Gießen stehen die jungen Leute Schlage.
  • Ein fast vergessener Trend ist zurück in der Uni-Stadt: Bubble Tea.
  • Die „Buteeho“-Inhaberin verspricht: „Unsere Tees sind qualitativ hochwertig“

Gießen – Oolong Milk Tea, Litchi Soda, Matcha Smoothie? Dazu »Perlen« in der Geschmacksrichtung Honigmelone, Joghurt, Schokolade? Heiß, kalt, 25- oder 100-prozentig süß? Die zehnjährige Minoo blickt ratlos bei all den Fragen, die ihre Mutter ihr vorliest. »Wir sind extra nach Gießen gefahren«, seufzt die Grünbergerin. Immerhin können sich beide in aller Ruhe mit den Grundlagen der Bubble-Tea-Bestellung vertraut machen. Sie stehen in einer Warteschlange, wie sie sich häufig bildet vor dem Laden »Buteeho« in der Walltorstraße.

Gießen: Bubble- ea kommt mit »Buteeho« reißenden Absatz

Vor acht Jahren schwappte die erste Welle des Kultgetränks aus Taiwan nach Gießen, verebbte aber bald wieder. Nun rollt die zweite Trend-Welle an und zieht vor allem jüngere Kundinnen und Kunden in ihren Bann. Einige Imbisse haben das kunterbunte alkoholfreie Getränk in ihr Sortiment aufgenommen. Anfang August eröffnete mit Buteeho auch wieder ein Geschäft mit Bubble Tea als Hauptprodukt.

Minoo erinnert sich nicht genau, wie sie vom Trend erfahren hat - irgendwo im Internet, vielleicht bei TikTok? Jedenfalls freut sie sich auf ihre Premiere: »Wenn es so beliebt ist, will ich es ausprobieren.« Eine 16-Jährige legt etwa einmal in der Woche rund vier Euro für einen Becher der Leckerei hin. »Erfrischend, was Kaltes, geil bei Sommerwetter.« Ihre Freundin mag vor allem die bunten Kugeln, die man mit einem dicken Strohhalm aufsaugt und kaut. Wenn man diese »Toppings« in einer anderen Geschmacksrichtung bestellt als die Flüssigkeit, ist für »Überraschung im Mund« gesorgt, verspricht ein Zettel an der Wand.

Bubble Tea genießen in Gießen: Lange Listen lesen vor Bestellung

Die Vielfalt sieht Buteeho-Gründer Nicola Lommano als größte Stärke. »Schon als ich 2010 das erste Mal in China war, hatte ich die Idee«, erzählt der Italo-Schwabe, der mit einer Chinesin verheiratet ist, im GAZ-Gespräch. Er beobachtete den Hype, den Zusammenbruch und das allmählich wieder steigende Interesse.

Vor einem Jahr sah der 46-Jährige den Zeitpunkt gekommen, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Er eröffnete den ersten Laden in seiner Heimat Waiblingen. Über Bekannte kam er zum zweiten Standort Marburg, wo Studierende für erheblichen Zulauf sorgten, und dann nach Gießen. Mit den ersten Wochen »sind wir sehr zufrieden«. Rund 25 Mitarbeiterinnen - meist Studentinnen aus Asien auf Aushilfsbasis - beschäftigt Lommano in seinen mittelhessischen Filialen.

Gießen: Bubble Tea zu zuckrig? „Überkonsum ist nie gut“

Der Erfolg belegt: Der Trend zu Bio und Nachhaltigkeit ist nicht so allgegenwärtig, wie es manchmal scheint. Die meisten Varianten enthalten künstliche Farb- und Aromastoffe und reichlich Zucker, räumt der Gründer freimütig ein. »Es ist so ›gesund‹ wie andere süße Getränke auch. Überkonsum ist nie gut.« Becher, Deckel und Strohhalme sind Wegwerfprodukte aus Plastik.

Lommano legt indes Wert darauf, dass alle Zutaten von amtlichen Lebensmittelkontrolleuren überprüft sind. »Und unsere Tees sind qualitativ hochwertig.« Die gibt es auch pur - etwa in Schwarz, Grün, Jasmin oder Rose. Auch Interessenten über 30 seien herzlich willkommen.

Gießen: Tee-Trend Bubble Tea hat auch Schattenseiten

Manche fühlen sich vielleicht erinnert an die Milchbars, in denen sich in den fünfziger Jahren die Jugend traf. Allerdings schreckt Ältere mitunter ab, was für Jüngere den Reiz ausmacht: Sie müssen/dürfen vor der Bestellung lange Listen lesen und etliche Entscheidungen treffen, ganz wie beim angesagten Kaffee oder Sandwich.

Der Ausdruck »Bubble« bezieht sich auf die frühe Variante eines aufgeschäumten Tees. Die süßen Einlagen heißen »Perlen« oder »Boba«. Kinder unter fünf Jahren könnten sich daran verschlucken, im schlimmsten Fall ersticken. Auf diese Warnung von Ärzten macht sein Personal die Eltern sehr junger Kunden aufmerksam, sagt Lommano. Manche Inhaltsstoffe könnten außerdem, im Übermaß genossen, bei kleinen Kindern Hyperaktivität beeinflussen. Wenn der Spieltrieb erwacht, werden die Kügelchen indes mitunter gar nicht verspeist, Bei der ersten Bubble-Tea-Modewelle wurden etliche per Strohhalm in die Umgebung gepustet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare