Der Einbrecher im Buteeho macht sich an der Kasse zu schaffen. Viel gefunden hätte er darin aber nicht.
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Der Einbrecher im Buteeho macht sich an der Kasse zu schaffen. Viel gefunden hätte er darin aber nicht.

Buteeho

Beliebter Laden in Gießen: Damit hatte dieser Einbrecher nicht gerechnet

  • VonSebastian Schmidt
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Der Einbrecher in einen Bubble-Tea-Laden hat wohl mit vielem gerechnet: den Tageseinnahmen, einer noch größeren Beute oder auch, dass er nichts findet. Dass die Sicherheitsfirma den Raum mit Rauch flutet, hat ihn aber sicher überrascht.

Eine Maske vor dem Gesicht und die Kapuze eines dunklen Pullovers über den Kopf gezogen. So schleicht ein schwarz gekleideter Einbrecher nachts die Straße entlang. Als der Ganove sich unbeobachtet glaubt, bricht er mit Gewalt die Eingangstür eines Bubble-Tea-Ladens auf und geht hinter die Kasse. Sein Ziel: Die Tageseinnahmen des kleines Geschäftes.

Was dann aber passiert, damit hatte der Einbrecher vermutlich nicht gerechnet. In wenigen Sekunden ist das ganze Geschäft von dichtem Rauch eingenebelt. Der Täter flieht aus dem Verkaufsraum - ohne auch nur einen Cent erbeutet zu haben. Was sich wie eine ausgedachte Kriminalgeschichte liest, geschah in der Buteeho Filiale in der Walltorstraße. Für Inhaber Nico Lommano war das der erste Einbruchsversuch in einen seiner vier Läden. An die besagte Nacht kann er sich noch gut erinnern.

Bubble-Tea in Gießen: Zum ersten Mal Opfer von Einbruch

Um Mitternacht habe Lommano einen Anruf von der Sicherheitsfirma Verisure bekommen. Die Firma habe die Alarmanlage installiert und überwache die Kameras. In den Räumen des Teeladens sei kurz nach Mitternacht durch einen Fotodektor ein Alarm ausgelöst worden, erzählt Verisure Pressesprecherin Alexandra Wenglorz. Eine Mitarbeiterin habe daraufhin die Kameras überprüft, konnte aber auf den ersten Blick nichts Auffälliges erkennen.

Als die Mitarbeiterin jedoch Geräusche hörte, rief sie den Ladeninhaber an. »Aber da war nichts«, sagt Lommano. Die Mitarbeiterin der Sicherheitsfirma fragte ihn zwar, ob es üblich sei, dass um diese Uhrzeit Geräusche in seinem Laden seien. Lommano dachte aber, die Geräusche kämen von einem angrenzenden Treppenhaus.

Um 3:30 Uhr klingelte sein Telefon dann erneut und Lommano wurde endgültig um den Schlaf gebracht. Jetzt war auf den Überwachungskameras ganz klar eine schwarz gekleidete Person zu sehen. Die Mitarbeiterin von Verisure, die den Einbruch entdeckte, aktivierte daraufhin ein besonderes Sicherheitssystem. »ZeroVision«, auf deutsch »Keine Sicht«, nennt es die Sicherheitsfirma. In Sekunden sei der gesamten Laden in Rauch eingehüllt gewesen und der Einbrecher floh.

Im Buteeho gibt es Bubble-Tee. Ein Einbrecher will Ende vergangenen Jahres mehr als das süße Trend-Getränk, aber er wird von einem Alarmsystem mit Raucheffekt in die Flucht geschlagen. (Archiv)

Für Lommano eine »schwierige Situation«. Er wohnt nämlich in Stuttgart. Zuerst versuchte er mitten in der Nacht die Mitarbeiter in Gießen zu erreichen - ohne Erfolg. »Dann bin ich Hals über Kopf hochgefahren.«

Als Lommano gegen acht Uhr in der Walltorstraße ankam, war er froh, dass es keinen größeren Schaden gab. Es wäre nicht der erste Einbruch gewesen, bei dem die Reparaturkosten im Nachgang teurer wären als die entwendete Diebesbeute. »Wir konnten die Tür zum Glück leicht reparieren«, sagt Lommano. Von dem Rauch sei am Morgen nur noch ein »komischer Geruch, wie bei einem Brand« übriggeblieben. »Die Kripo hatte schon durchgelüftet.«

Für den Dieb wäre die Beute indes eine Enttäuschung gewesen, auch wenn er Erfolg gehabt hätte. »Wir bringen natürlich die Tagesumsätze immer weg. Im Laden ist nachts keine große Summe«, sagt Lommano. Ob seine drei übrigen Geschäfte auch so geschützt sind? Alle hätten eine Alarmanlage. Das sei heute Standard. Was für eine er benutze, sei aber von Standort zu Standort verschieden.

Lommano ist froh, dass er sich in der Walltorstraße für das System mit Rauch-Effekt entschieden hat. Er sagt: »Irgendwie hatte ich in Gießen das Gefühl, dass ich das brauche.«

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