Ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Foto: Monika Skolimowska/Symbolbild
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Die Brühlsche Universitätsdruckerei in Gießen hat einen Insolvenzantrag gestellt. Doch es besteht die Chance für eine Fortführung. Foto: Monika Skolimowska/Symbolbild

Insolvenzantrag

Gießen: Traditionsunternehmen stellt Insolvenzantrag wegen Überschuldung

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Am Montag hat die traditionsreiche Brühlsche Universitätsdruckerei GmbH & Co KG aus Gießen-Wieseck einen Insolvenzantrag gestellt. Geschäftsführer Dr. Wolfgang Maaß teilt in einer Presseerklärung mit, das Unternehmen sei nicht zahlungsunfähig, aber überschuldet.

Gießen - Zwar sei das erste Quartal 2020 für die nach dem Verkauf des Gießener Anzeigers an die Mediengruppe VRM in Mainz eigenständige Druckerei planmäßig verlaufen, dann habe indes die Corona-Pandemie ab Mitte März 2020 zu zweistelligen Umsatzeinbrüchen und entsprechend hohen Verlusten geführt. Nahezu sämtliche Aufträge in den Bereichen Reise und Tourismus, Messen und Veranstaltungen seien ersatzlos gestrichen, zudem viele werbefinanzierte Produkte verschoben oder in Umfang und Auflagenhöhe gekürzt worden. Der unaufhaltsame Strukturwandel vom bedruckten Papier zu Online- und Mobil-Medien und der fortwährende Preisverfall hätten dem Betrieb überdies zugesetzt, heißt es in der Mitteilung.

Mit großartiger Solidarität habe der ganz überwiegende Teil der zurzeit noch rund 80 Mitarbeiter und Aushilfen über Jahre massive Eingriffe hinsichtlich Arbeitszeit und Vergütungen mitgetragen. Nun habe man jedoch die Schmerzgrenze erreicht, sodass weitere Einschnitte nicht mehr zumutbar seien.

Brühlsche Universitätsdruckerei in Gießen: Chance für eine Fortführung besteht

Die Brühlsche Universitätsdruckerei habe keine Bankschulden und bislang die laufenden Verpflichtungen termingerecht erfüllt. Daher bestehe eine Chance für eine Fortführung, betonte Maaß. Das jedoch muss nun ein Insolvenzverwalter beurteilen. Maaß, der viele Jahre Präsident der IHK Gießen-Friedberg war, bedauere die Situation sehr. Er habe sich mit seinen Mitgesellschaftern und Mitarbeitern lange gegen diese Entwicklung gestemmt und für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt. Mit Ausnahme von Kurzarbeitergeld sei das Unternehmen nicht in den Genuss staatlicher Hilfsmaßnahmen gekommen.

Brühl ist eine vollstufige Rollen- und Bogenoffsetdruckerei mit industrieller Weiterverarbeitung. Gefertigt werden Zeitschriften, Kataloge und Adressbücher sowie Werbedrucksachen.

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