+
Was wird aus dem Brauhaus-Areal?

Stadtentwicklung

Überraschung bei Plänen für Brauhaus-Areal in Gießen

  • schließen

Wie geht’s weiter auf dem ehemaligen Brauhaus-Areal in Gießen? Die SPD bringt nun zusätzlich zu der vom Investor vorgeschlagenen Gewerbenutzung nun bezahlbaren Wohnraum ins Spiel.

Gießen - Brauhaus-Investor Jochen Ahl hat mit seinem Werben in der Stadtpolitik, auf dem Gelände im Teichweg neben anderen Nutzungen auch Wohngebäude errichten zu können, einen Erfolg verbucht. Nach einer Begehung der Industrieruine am vergangenen Montag durch Fraktion und Parteivorstand der SPD sprach sich die größte Regierungspartei dafür aus, dass die Stadt beim geplanten Architektenwettbewerb "ein urbanes Gebiet mit einem Nutzungsmix aus Wohnen, Gewerbe und sozialen Dienstleistungen" als Aufgabenstellung vorgibt. "Wir sind eine dynamisch wachsende Stadt, die den Mut haben sollte, an ihrem nördlichen Eingangstor eine urbane großstädtisch anmutende Entwicklung zuzulassen", erklärte Partei- und Fraktionschef Christopher Nübel.

Aus der Positionierung der SPD dürfte sich Klärungsbedarf innerhalb der rot-schwarz-grünen Koalition ergeben, denn bislang folgt Bürgermeister und Planungsdezernent Peter Neidel (CDU) den Bedenken seiner Mitarbeiter gegen eine Wohnnutzung. Sie befürchten, dass dadurch benachbarte Betriebe beeinträchtigt werden könnten. Außerdem verweist das Planungsamt auf einen Mangel an Gewerbeflächen in Gießen. Im Oktober hatte Neidel eine damals von Investor Ahl präsentierte "Projektskizze" begrüßt, aber eingeschränkt: "Eine Wohnnutzung sehen wir sehr kritisch."

Bei der Begehung mit den SPD-Vertretern skizzierte Braumaxx-Geschäftsführer Ahl, dass bis zu 2000 Arbeitsplätze auf dem Gebiet entstehen könnten und bereits auch von vielen Seiten, unter anderem aus dem Rhein-Main-Gebiet, Interessensbekundungen eingegangen seien.

Grüner Fußabdruck

Das Gebiet ausschließlich als Gewerbefläche zu nutzen, sei jedoch "wenig kreativ" und werde den tatsächlichen Bedarfen in der Stadt nicht gerecht. Bei der angedachten Größe könne neben sozialen bzw. Pflegedienstleistungen und einem Hotel auch ein Teil für "gut bezahlbaren Wohnraum" vorgesehen werden. Mit einer Ergänzung zum Beispiel durch Carsharing-Angebote oder Holzbauweise könnte ein Gebiet mit "grünem Fußabdruck" entstehen.

Die SPD begrüßt die Pläne auch, weil es um Flächenrecycling und nicht um den Verbrauch von Natur und Landschaft gehe. Nübel betont: "Eine solche Lage muss effektiv genutzt werden, um an anderen Flächen überflüssige Versiegelung zu verhindern. Die gute verkehrliche Anbindung, ein weiterer Ausbau der ÖPNV-Anbindung sowie wohnortnahes Arbeiten können unnötigen Innenstadt-Verkehr vermeiden und so zu einer gesunden Entwicklung unserer Stadt beitragen.

Neidel hatte im Oktober angekündigt, dass zunächst eine Testplanung und eine Verkehrsuntersuchung für das Brauhaus-Gelände und die Umgebung beauftragt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare