Factory Outlet Center

Gießen bleibt auch nach Bürgerentscheid auf Konfrontationskurs zum FOC

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Mit allen Mitteln will die Stadt Gießen auch nach dem gescheiterten Bürgerentscheid gegen das Pohlheimer FOC vorgehen. Für ihren Pohlheimer Amtskollegen Schöffmann zeigt OB Grabe-Bolz Mitgefühl.

Gießen (mö). Auch nach dem gescheiterten Bürgerentscheid gegen die Ansiedlung des Factory-Outlet-Center bei Pohlheim-Garbenteich bleibt die Stadt Gießen auf Konfrontationskurs gegen das Vorhaben. "Der Ausgang des Bürgerentscheids ändert nichts: Wir werden alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um das FOC vor unserer Haustür zu verhindern", sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz am Sonntagabend.

Schöffmann nicht zu beneiden

Den knappen Ausgang – die Gegnern des FOC verfehlten das Quorum um 104 Stimmen – nannte sie "sehr bedauerlich". Ihren Amtskollegen, Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffmann, beneide sie angesichts einer "gespaltenen Stadt Pohlheim" nicht. Die Verantwortlichen sollten angesichts der Mehrheit gegen das FOC vielleicht noch einmal darüber nachdenken, ob sie die Pläne weiter vorantreiben wollen. Dass die von der Stadt Gießen und dem Gießener Einzelhandel in den letzten zwei Wochen betriebene Kampagne gegen das FOC dessen Befürwortern vielleicht sogar geholfen habe, glaubt Grabe-Bolz nicht: "Mein Eindruck war: Auch in Pohlheim sind vielen die Zusammenhänge durch unsere Informationen noch klarer geworden."

"Hut ab" vor Pohlheimer Wählern

Für den Gießener Einzelhandel erklärte BID-Vorsitzender Heinz-Jörg Ebert: "Auch wenn das Quorum knapp verfehlt wurde: Dass die zur Wahl gegangenen Pohlheimer sich in einer so deutlichen Mehrheit gegen das FOC entschieden haben, hat mich verblüfft. Ich bin von Anfang an davon ausgegangen, dass in der Regel Konsumwünsche der Bürger in Richtung "Mehr, mehr, mehr und größere Auswahl, Parkplätze…" eher zu einem Ansiedlungswunsch führen würden. Trotz des komplexen Themas haben sich die Pohlheimer offensichtlich tief in die ökologischen und ökonomischen Zusammenhänge eingearbeitet. Hut ab!"

Nun liege es an den Pohlheimer Stadtverordneten, ein solches Projekt, das nicht nur in der Region äußerst umstritten sei, sondern in Pohlheim selbst abgelehnt werde, gegen die wählende Mehrheit weiter zu verfolgen. Letztendlich sei aber die Landesregierung gefragt, die dafür den gültigen Landesentwicklungsplan ändern müsste. Ebert: "Denn der spricht ohnehin eindeutig gegen das Projekt, das derzeit gar nicht genehmigungsfähig ist."

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