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Das ging fix: Das Gebäude mit dem "Bierkarussell" wurde abgerissen, neben dem früheren "Heli" (r.) soll ein Wohn- und Geschäftsfhaus mit zwölf Wohnungen entstehen. FOTO: SCHEPP

Was wird aus dem "Heli"?

Gießen: "Bierkarussell" abgerissen - Was wird aus Kino "Heli"?

Nach dem Abriss des "Bierkarussells" in der Frankfurter Straße entsteht dort ein Wohn- und Geschäftshaus. Doch was geschieht mit dem angrenzenden ehemaligen Kino "Heli"?

(mö). Geöffnet bis zwei Uhr nachts, steht noch im Internet, darunter der Hinweis: "Öffnungszeiten und Angebote können aufgrund der Coronakrise abweichen." Die Seuche macht seit Wochen den Gaststätten und Kneipen nicht nur in Gießen zu schaffen, aber das Ende des "Bierkarussells" an der Ecke Frankfurter Straße/Frankfurter Straße hat mit dem Virus nichts zu tun. Schon vor Jahren war das Schicksal des Schlichtbaus, in dem sich auch eine Spielhalle befand, besiegelt. Nun wurde das Gebäude abgerissen.

Wie Stadtsprecherin Claudia Boje auf Anfrage mitteilte, war dem Investor bereits im vergangenen Oktober eine Baugenehmigung erteilt worden. Entstehen wird ein viereinhalb- bzw. dreieinhalbgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit einem Laden im Erdgeschoss und zwölf Wohnungen. Im Übergang zum ehemaligem Heli-Kino fällt das Gebäude um ein Geschoss ab.

Was wird aus früherem Heli?

Der Bauherr war bereits vor rund drei Jahren an die Stadt mit dem Wunsch herangetreten, das Eckgrundstück neu zu bebauen. Dem Stadtplanungsamt kam das ganz gelegen, weil es für den gesamten Bereich westlich der Frankfurter Straße ohnehin Handlungsbedarf sah.

Neben den Neubauplänen wurde ein "Planerfordernis" für den von Frankfurter Straße, Friedrichstraße und Alter Wetzlarer Weg begrenzten Block gesehen. Mit dem Bebauungsplan "Alter Wetzlarer Weg", der allerdings im Stadium des Aufstellungsbeschlusses stecken geblieben ist, sollten auch Weichen für eine "bauliche Nachfolgenutzung" des früheren "Heli"-Kinos gestellt werden. Anders als das "Roxy" am Ludwigsplatz, das von der Technischen Hochschule in einen Hörsaal verwandelt wurde, steht das frühere Porno- und Programmkino in der Frankfurter Straße seit Eröffnung des Kinopolis leer. Ob das Kino anderweitig genutzt werden oder ebenfalls einem Neubau weichen wird, ließ der von Bürgermeister Neidel vorgelegte Plan damals offen. An diesem Stand hat sich bis heute offenkundig nichts geändert

Mit der Planung sollte dem Schmuddelimage der Gegend entgegengewirkt werden. In der Magistratsvorlage von damals ist von einer "überwiegend mäßigen Bausubstanz" und einem "unbefriedigenden Erscheinungsbild" die Rede. Mit der Planung sollten ferner weitere Spielhallen verhindert werden und ein städtebaulich attraktiver Übergang zum Bahnhofsvorplatz geschaffen werden. Ausgewiesen wurde der Block als Mischgebiet, womit gewerbliche Nutzungen möglich bleiben.

Wegen der Bauarbeiten muss die Friedrichstraße auf Höhe der Baustelle voraussichtlich noch bis Ende Juli vollgesperrt werden. Fußgänger und Radfahrer können diese Absperrung jedoch passieren.

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