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Gießen: Baulärm und Straßensperrungen an der THM

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Die TH Mittelhessen wächst und wächst. Gemeinsam mit der Stadt haben die Verantwortlichen nun aktuelle Maßnahmen vorgestellt. Den Anwohnern kommen die Infos allerdings zu spät.

Besser spät als nie: Was die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) in der Moltkestraße und an der Ecke Eichgärtenallee/Ringallee plant, hätten viele Anlieger eigentlich gern vor Baubeginn bei einer öffentlichen Versammlung erfahren. Das bemängelten sie am Dienstagabend, als die THM, der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) und Vertreter der Stadt sie erstmals mit einer eben solchen Veranstaltung über den Stand der Dinge unterrichteten. Inzwischen sind die Arbeiten für drei neue Gebäude sowie die Aufstockung des Parkdecks am THM-Kerncampus allerdings in vollem Gange.

Die LIBH-Projektleiterin Henrike Siegel berichtete, dass kommende Woche "Spezialtiefbauarbeiten" für das neue Parkdeck in der Ringallee anliefen. Seien sie erledigt, entstehe die zusätzliche Etage – "möglichst noch in diesem Jahr". In der Moltkestraße sei der Rohbau für das Gebäude C11 des Fachbereichs Maschinenbau und Energietechnik derweil fast fertig, sagte Andreas Förster vom LBIH. Anfang April gehe es an den Innenausbau, dann mit "regulärem Baustellenbetrieb". Abgeschlossen sei hier alles im Sommer 2020.

Etwas später, Ende 2020, soll der Komplex C15/C16 am östlichen Campus-Zipfel stehen. Laut Siegel werden bis Jahresende die Rohbauten errichtet. Im Zuge dessen seien Glättungsarbeiten am Betonboden notwendig, was "etwa zehnmal" Lärm bis spätabends verursache. Krach machen auch die Vorgänge am Parkdeck: Eine Ausnahmegenehmigung erlaube dort vorübergehend den Zwei-Schichten-Betrieb von 6 bis 22 Uhr, erklärte Siegel.

Die Anlieger werden künftig besser und aus erster Hand informiert

THM-Vizepräsident Dirk Metzger

Trifft der Lärm vor allem die Anlieger, so haben zwei Sperrungen auch weitreichende Folgen für den Verkehr: Die Ringallee wird zeitweilig nur auf einer Spur frei sein, während das neue Parkdeck gebaut wird; und in den Osterferien ist die Moltkestraße dicht, weil die Mittelhessischen Wasserbetriebe einen Regenwasseranschluss verlegen. Bei alledem zeitigten die Bauprojekte aber auch positive Effekte für die Allgemeinheit, unterstrichen die Experten. Bestes Beispiel ist das Wieseckufer gleich am Campus, wo laut dem für strategische Bauplanung zuständigen THM-Vizepräsidenten Prof. Dirk Metzger künftig öffentlich zugängliche Sitzmöglichkeiten mitsamt neuer Brücke zum Verweilen einladen sollen.

All diese Vorhaben parallel durchzuführen, sei für den LBIH "eine echte Herausforderung", so Projektmanagerin Astrid Boy. Die ehemalige Fachhochschule Gießen-Friedberg habe spätestens seit 2006 "eine wahre Explosion" der Studentenzahlen erlebt und brauche dringend mehr Platz, betonte hingegen Metzger. Zeitdruck spüre man schon, weil die Bauten teilweise aus dem Programm HEUREKA des Landes finanziert würden – und deshalb bis Ende kommenden Jahres fertig sein müssten.

Parkplatznot ein großes Thema

In der Fragerunde ging es den Zuhörern auffallend oft um das Thema Parkplatznot. Bürgermeister Peter Neidel und Verkehrskoordinator Ralf Pausch versicherten, die Stadt kenne die Probleme am Campus genau. Ein erster Schritt hin zu weniger Verkehr könnte das Konzept für "dezentrales Parken" sein, das Hochschule und Stadt gemeinsam erarbeiten wollen. Zudem verwies Metzger auf die Idee, einen Park-and-Ride-Parkplatz mit direkter Verbindung zur THM auf dem Motorpoolgelände einzurichten.

Die Um- und Neugestaltung des Campus wird nach den laufenden Arbeiten jedenfalls kaum beendet sein. Im Hintergrund gebe es vielmehr einen "Masterplan", den man "Stück für Stück" umsetze, sagte Metzger und nannte als weiteres Vorhaben den Rückbau des Laborgebäudes A15 mit anschließendem Neubau bis 2025. Was immer noch kommen mag: Die Anlieger würden künftig besser und aus erster Hand informiert, versprach der Vizepräsident.

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