Außenansicht des Chors der Basilika auf dem Schiffenberg.	FOTO: PM
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Außenansicht des Chors der Basilika auf dem Schiffenberg.

Sanierungsarbeiten

Basilika am Schiffenberg: Eigene Löschanalage für mehr Sicherheit

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Die Basilika auf dem Schiffenberg wird wieder eine Baustelle. Nach mehrjähriger Sanierung und zuletzt dem Einbau von Fenstern und Türen in den Arkadenbögen stehen schon bald die nächsten Arbeiten an. Ab Anfang November soll eine halbstationäre Löschanlage in den Dachstuhl eingebaut werden.

In den nächsten Wochen kommt es erneut zu Bauarbeiten an der Basilika auf dem Schiffenberg. Als das Denkmal von nationaler Bedeutung in den Jahren 2011 bis 2015 aufwendig saniert worden war, war bereits eine Brandmeldeanlage eingebaut worden - »obwohl hierfür keine baurechtliche Notwendigkeit bestand«, betont auf Anfrage Stadtsprecherin Claudia Boje. Doch damit im Falle eines Brandes die Feuerwehr nicht nur alarmiert, sondern auch vor Ort gute Bedingungen für ihren Löscheinsatz vorfindet, wird in den nächsten Wochen zusätzlich eine halbstationäre Löschanlage im Dachstuhl der Basilika installiert.

In den kommenden Wintermonaten ist ein Besuch der Basilika, etwa im Rahmen der noch bis Anfang Oktober an den Wochenenden angebotenen Öffnungen, betreut vom Verein Ehrenamt, nicht möglich. Der Beginn der Arbeiten ist für Anfang November geplant und sie sollen bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Für die Errichtung der Löschanlage sind rund 135 000 Euro veranschlagt.

Befüllung bei Bedarf

Vor dem Hintergrund der besonderen Rahmenbedingungen auf dem Schiffenberg ist der Einbau einer halbstationären Löschanlage im Dachstuhl der erst 2019 mit Glasfenstern in den Arkadenbögen versehenen Basilika vorgesehen. Im Gegensatz zu einer stationären Löschanlage, deren Leitungen ständig befüllt sind, wie etwa in beheizten Gebäuden mit Haustechnik und Wasseranschluss üblich, erfolgt bei einer halbstationären Löschanlage die Wassereinspeisung im Brandfall durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Der Löschvorgang wird also nicht automatisch ausgelöst, sondern muss von der Feuerwehr innerhalb einer bestimmten Zeit sichergestellt werden. Die Löschanlage wird sozusagen von der Feuerwehr manuell in Gang gesetzt, also erst nachdem die Feuerwehrleute Löschmittel in das Rohrsystem eingeleitet haben.

Mit dem Einbau dieser Löschanlage wäre dann die technische Ausrüstung der Basilika vorerst abgeschlossen, berichtet Boje. Auf die Frage, warum diese Arbeiten nicht im Zuge der vorherigen Sanierungsmaßnahmen gleich miterledigt worden seien, heißt es seitens der Stadt: »Die Aufgabe des Instandsetzungskonzeptes war die Restaurierung und Konservierung der historischen Bausubstanz.« Lohn war die Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises 2016.

Das Landesamt für Denkmalschutz hatte 2012 in seinem bei der Bundesregierung eingereichten Antrag, den Schiffenberg als »Denkmal von nationaler Bedeutung« anzuerkennen, vor allem zwei Gründe angeführt: der im Original erhaltene Dachstuhl aus dem Jahr 1162 sowie das aus dem Jahr 1145 stammende Dach des »Spitzhelms« (2012 durch eine Stützkonstruktion der Originalsparren bewahrt).

Insgesamt rund 700 000 Euro investiert die Stadthallen GmbH derzeit auf Gießens Hausberg. Rund eine halbe Million von dem Geld, das aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Landes Hessen stammt, fließen dabei in die Erneuerung der Lüftungsanlage im Gebäudekomplex, in dem die Gastronomie angesiedelt ist, sowie in weitere technische Ausstattung. Vom Restbetrag - knapp 250 000 Euro - werden zwei neue Nutzräume in den Gebäudeteilen der ehemaligen Probstei und Kantorei geschaffen.

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