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Neuer Carsharing-Anbieter kommt nach Gießen – Angebot hat einen Kniff

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Von: Kays Al-Khanak

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Bis zu 50 dieser Autos sollen zukünftig in der Stadt verfügbar sein.
Bis zu 50 dieser Autos sollen zukünftig in der Stadt verfügbar sein. © Oliver Schepp

Mit Anymove gibt es seit Ende diesen Monats in Gießen ein weiteres Unternehmen auf dem Markt für Mietautos. Das Start-up will Nutzer und Anbieter vernetzen, setzt komplett auf eine digitale Autovermietung und elektrische Fahrzeuge.

Gießen – Gießen ist eine junge Stadt mit kurzen Wegen. Wer zentral wohnt, kann vieles zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus erreichen. Ein Auto ist dafür nicht unbedingt erforderlich. Doch verschwinden wird das Verkehrsmittel deshalb nicht - im Gegenteil. Es gibt in Gießen bereits heute mehrere Unternehmen, die Carsharing und Mietautos für die Menschen anbieten, die sich ein eigenes Fahrzeug entweder nicht leisten können oder wollen. Nun ist mit dem Start-up Anymove ein weiterer Anbieter auf dem Markt erschienen. Das junge Unternehmen setzt komplett auf eine digitale Autovermietung: Selbst das Öffnen und Schließen des Autos funktioniert über die App. Außerdem besitzt Anymove keine eigenen Fahrzeuge: Mit der App werden Anbieter und Nutzer miteinander verbunden.

Gestartet ist das in Berlin ansässige Unternehmen im Dezember in Aachen. Als zweite Startregion hat sich das Unternehmen Gießen ausgesucht; dort soll es Ende des Monats losgehen. Ein Grund, warum die Wahl auf die mittelhessische Unistadt fiel, ist offensichtlich: Gießen sei jung und urban, sagt Co-Gründerin Heidi Strunz. Es gebe viele Studierende und junge Berufstätige. Zwar existiere ein guter öffentlicher Personennahverkehr, »aber aktuell nur begrenzte Angebote für Menschen, die kein eigenes Auto besitzen, die auch mal aus der Stadt raus wollen, für den Besuch der Familie, Urlaub oder einen Kurztrip«, sagt sie.

Neuer Carsharing-Anbieter in Gießen: „Etwa 15 Fahrzeuge verfügbar“

Laut Strunz seien seit dieser Woche »etwa 15 Fahrzeuge verfügbar« - und die seien alle elektrisch. So sind aktuell die Modelle von Renault Zoé und Tesla buchbar. Ziel sei es, Fahrzeuge dort anzubieten, »wo ein Bedarf an Mobilität ist«, sagt die Co-Gründerin. »Sie sollen in der Nachbarschaft im besten Fall direkt vor der Haustüre verfügbar sein.« Derzeit seien die ersten Fahrzeuge in der Südstadt buchbar; aber auch in der restlichen Stadt soll die Verfügbarkeit über die nächsten Tage Stück für Stück verbessert werden. Für 2022 soll die dezentrale Fahrzeugflotte auf 30 vollelektrische Autos erweitert werden; später sollen bis zu 50 Autos in der Stadt verteilt verfügbar sein. Wer ein Auto mieten will, meldet sich per App an. Ab 45 Euro pro Tag sind die Fahrzeuge dann buchbar. »Früh im kommenden Jahr werden wir dann auch ein Angebot für kürzere Fahrten zum Preis ab 17 Euro anbieten«, sagt Strunz.

Neuer Carsharing-Anbieter in Gießen: Konkurrenz zum ÖPNV?

Eine Herausforderung sieht Robert Poensgen, Betriebsleiter von Anymove, beim Thema Parken. »Studien zeigen, dass alternative Mobilitätsangebote den Fahrzeugbestand merklich reduzieren. Eines unserer Fahrzeuge ersetzte in etwa acht private und entlastet die angespannten Stadträume.« Strunz ergänzt, es gehe darum, bereits vorhandene Fahrzeuge effizienter zu nutzen. Deshalb entspreche ihr Geschäftsmodell nicht dem einer üblichen Autovermietung oder dem der gängigen Carsharing-Unternehmen. »Denn wir besitzen keine eigenen Fahrzeuge, sondern verbinden über unsere App Anbieter und Nutzer«, betont die Co-Gründerin. Stattdessen gebe es eine Zusammenarbeit unter anderem mit Autohäusern, Carsharern oder Mietwagenfirmen. Zukünftig sollen auch Privatanbieter eingebunden werden.

Das Unternehmen sieht sich nicht als Konkurrent, sondern als Partner des ÖPNV. Strunz betont: »Nur Städte mit einem attraktiven Mobilitätsmix können es den Menschen ermöglichen, auf das eigene Auto zu verzichten.«

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