_2s_K10Dw_080621_4c
+
Csongor Dobrotka mit den Moderatorinnen der Seriale Pro Anne Failing, Kaira Masuhr und Dascha Solovieva (v.l.).

Gießen als Webserien-Knotenpunkt

  • VonRedaktion
    schließen

»Claire and the Elderly« ist als beste Serie der Seriale ausgezeichnet worden. Niklas Bauer gewann den Best Pitch für seine Serienidee. Csongor Dobrotka kann zufrieden sein mit dem Verlauf des von ihm gegründeten Festivals für kurzformatige Serien - trotz des coronabedingten Wechsels vom Kinosaal in den digitalen Raum.

Die Seriale - das in Gießen gegründete internationale Festival für kurzformatige Serien - ist am Montag erneut als digitales Live-Event zu Ende gegangen. Höhepunkt war die Preisverleihung, die am Sonntagabend als Livestream auf der Homepage der Seriale und den Social Media Kanälen übertragen wurde mit einem Red Carpet Event, bei dem über 100 Serienmacher auf der ganzen Welt zugeschaltet waren und Kurzinterviews gaben.

Anna Schoeppe vom Hauptförderer HessenFilm und Medien meint: »Auch wenn das Herz der Seriale ohne Zweifel in Gießen schlägt, so ist sie zugleich in der Internationalität des Internets beheimatet und vernetzt so Webserienfans auf der ganzen Welt.«

Serie aus Kanada siegt gleich dreimal

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz ist stolz, dass sich das Festival zu einem internationalen Knotenpunkt um Webserien entwickelt hat. Sie eröffnete traditionell die Award Ceremony.

Der mit 1000 Euro dotierte Award für die Beste Serie ging an »Claire and the Elderly«, eine Dramaserie aus Kanada, die noch weitere zweimal für das Beste Drehbuch von Sarah Pellerin und dem Best Original Score ausgezeichnet wurde. In der Serie geht es um die neunjährige Claire, die nach einem Notruf, um ihre süchtige Mutter zu retten, vom Jugendamt abgeholt wird. Sie landet bei ihrer Großmutter, die in einer Seniorenresidenz wohnt.

Drei Awards räumte auch die australische Webserie »Love, Guns & Level Ups«, eine Action-Romantic-Comedy über die Welt der Videospiele und modernes Dating, ab: Best Editing, Best Sound Design und Best Costume Design.

Den Award für die Beste Regie erhielt die Drama-Fantasy-Serie »Cafe Midnight« (Regie Ja-joon Koo) aus Südkorea, außerdem wurde Darstellerin Shi-woo Park als Best Supporting Actress ausgezeichnet. Eines Tages entdeckt hier ein junger Mann einen seltsamen Zettel mit einem Stellenangebot - eine Einladung ins Café Midnight, einem seltsamen Ort.

Die deutsche Comedy Serie »Miliz!« wurde mit zwei Preisen bedacht für das Best Production Design und Luis Lüps als Best Supporting Actor. Helmut zieht, nachdem seine Frau ihn rausgeworfen hat, bei seiner Oma in den Partykeller ein. Um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, gründet er eine fremdenfeindliche Bürgerwehr - und hat nun einen Neonazi in seinem Wohnzimmer sitzen.

Für seine Darstellung in der Comedyserie »For Peanuts / Für Umme«, in der er seiner Schauspielkarriere hinterherrennt und dafür bereit ist, alles zu tun, wurde Michael Fritz Schumacher mit dem Award Best Actor bedacht.

Weitere prämierte deutsche Serien waren außerdem die vom MDR produzierte Webserie »2 Minutes«, die für den Best Ensemble Cast ausgezeichnet wurde. Die Dramedy zeigt die emotionalen Geschichten, die sich in der Wartezeit auf das Ergebnis eines Schwangerschaftstests abspielen. »Finders Keepers« (»Wer’s findet«) aus Deutschland wurde der Beste Pilot. Darin finden drei Mitglieder eines Sportschützenvereins eine abgestürzte Lieferdrohne mit einem Haufen illegalem Geld.

Beim Pitch Contest überzeugte das Konzept des Frankfurter Niklas Bauer, Absolvent des Filmstudiums der Hochschule Darmstadt, die Jury. In seiner Serienidee »Straight Acting«, die den Best Pitch gewann, geht es um Adoption in der LGBT+ Community. Da nur »schwierige« Kinder an queere Pärchen vermittelt werden, versuchen die Protagonisten sich als heterosexuelle Paare auszugeben.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm, das Educational und die Seriale Pro, das live aus dem Who killed the pig gestreamt wurde mit insgesamt 67 vor Ort und online zugeschalteten Gästen, begleitete das Festival. Ein Hessenpanel fand außerdem im Lottehof in Wetzlar statt. In dieser Businessveranstaltung wurde das Potential des weltweiten Webserienmarktes erörtert.

Internationales Branchentreffen

»Online - aber Educational at its best!« zieht Anja Henningsmeyer, Geschäftsführerin der hFMA, ihr Fazit. Festivalleiter Csongor Dobrotka zeigte sich zufrieden: »Das Herzstück unseres Festivals, miteinander zu sprechen und das Format der digitalen Serien durch den Austausch weiterzubringen, hat auf diese Weise wunderbar geklappt, trotz aller Einschränkungen.« Er dankte seinem 70-köpfigem Team und den Förderern und Sponsoren: HessenFilm und Medien, den Städten Gießen und Wetzlar, dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, der Wirtschaftsförderung Gießen, der hessischen Film- und Medienakademie sowie SeekaTV.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare