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Andreas Eikenroth vor der Wand mit seinen Gießbert-Entwurfszeichnungen, in der Hand eine Verwandte von Gießela, die sich in der Gießkannensammlung befindet. FOTO: DKL

Gießbert ist mehr der englische Typ

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Gießen(dkl). Vor sechs Jahren fand die Landesgartenschau (LGS) in Gießen statt. Die Vorbereitungen hatten die Gemüter heftig bewegt, vom Ergebnis waren die meisten Menschen dann erfreut. Zu den vielen Aktivitäten rund um die LGS gehörte die Gründung des Gießkannenmuseums, das über Zwischenstationen seine Heimstatt am Kanzleiberg gefunden hat, neben dem Eingang zum Botanischen Garten. Besser hätte es kaum laufen können.

Zur LGS gehörten 2014 auch die herzerfrischenden Comics mit Gießbert, der Gießkanne, die sich zu großen Taten aufmachte, die Stadt Gießen und das Gartenschau-Gelände in der Wieseckaue eroberte. Der Zeichner und Geschichten- erzähler Andreas Eikenroth war damit von der LGS-Organisation beauftragt worden, zu sehen waren die Bildkurzgeschichten in diversen Publikationen. Nun hat der Künstler, der als Comiczeichner mit A.E. signiert, seine Vorzeichnungen dem Gießkannenmuseum geschenkt. Dieses hat bereits eine kleine Sammlung an Kunstwerken auf Papier, neben den zahlreichen Gießkannen-Objekten.

Am Donnerstagabend fand die Eröffnung der Zeichnungs-ausstellung im Beisein des Künstlers statt. Museumskuratorin Ingke Günther stellte Eikenroth vor, der Bühnentechniker am Stadttheater und passionierter Wanderer ist, und ordnete seinen Protagonisten Gießbert unter gießkannenwissenschaftlichen Gesichtspunkten ein. Es handelt sich nämlich um den englischen Typ mit rundem Boden, langem Ausgussrohr und großer Tülle. Es fehlt der zweite Griff, was jedoch bei einer derart selbstständigen Gießkanne nicht weiter verwundern sollte.

Der liebevolle Blick auf Gießen prägt alle Comicarbeiten von A.E., auch seine längeren Geschichten in Buchform. Auf den Handzeichnungen der Ausstellung ist der Entstehungsprozess zu studieren, die farbige Endausführung fertigt er mit dem Computer, dies ist auf ausgedruckten Blättern, zum Büchlein geklammert, daneben gestellt. Da wird bei Interessierten doch einiges in Erinnerung gerufen.

Zum Beispiel, dass es Gießbert im Gießkannenmuseum zu langweilig wurde, er aus dem Regal sprang, durch die Stadt wanderte, unter anderem die große Gießkanne mit zwei Ausgussseiten bewunderte (das Röntgen-Denkmal!), sich über die altmodische Ankündigung eines Cafés "Draußen nur Kännchen" wunderte und schließlich seine Gießela kennenlernte. Gemeinsam wässerten sie die Beete der Landesgartenschau. Oder versuchten es zumindest. Nachzuerleben bis 26. April im Museum in der Sonnenstraße 3.

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