Getreideanbau im Stadtpark

  • Burkhard Möller
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Es soll ja Leute geben, die halten den früheren Gartenschau-Geschäftsführer Ludwig Wiemer für den Sensenmann der Wieseckaue. Am Mittwoch indes spendete der stellvertretende Leiter des Gießener Gartenamts im Stadtpark als Sämann Leben. Auf drei Ackerstreifen mit zusammen 750 Quadratmetern wollen die Stadt und der Gießener Bioladen Klatschmohn in den kommenden Monaten zeigen, wie vielfältig und bunt der Lebensraum Acker ohne den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln wie Glyphosat sein kann.

Es soll ja Leute geben, die halten den früheren Gartenschau-Geschäftsführer Ludwig Wiemer für den Sensenmann der Wieseckaue. Am Mittwoch indes spendete der stellvertretende Leiter des Gießener Gartenamts im Stadtpark als Sämann Leben. Auf drei Ackerstreifen mit zusammen 750 Quadratmetern wollen die Stadt und der Gießener Bioladen Klatschmohn in den kommenden Monaten zeigen, wie vielfältig und bunt der Lebensraum Acker ohne den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln wie Glyphosat sein kann.

Drei verschiedene Getreidesorten, nämlich Emmer, Dinkel und Einkorn, werden auf dem »Stadtacker« am Waldbrunnenweg ausgesät. Im Frühsommer sollen dort Klatschmohn und Kornblume blühen, im September das Getreide geerntet werden. Bei dem Gedanken an ein Stadtpark-Brot musste Klatschmohn-Inhaber Georg Rieck schmunzeln. »In Gießen gibt es ja eine Umsonst-Bewegung. Die können die Felder ja abernten.«

Auf die Idee mit dem Stadtacker kam Rieck, weil in diesem Jahr der Klatschmohn zur Blume des Jahres gekürt wurde, nach der sein Geschäft benannt ist. Die Juroren hätten sich ganz bewusst vor dem Hintergrund der Glyphosat-Debatte für eine Ackerwildblume entschieden. Denn die verschwinden laut Rieck durch den flächendeckenden Herbizideinsatz aus der heimischen Kulturlandschaft. »Da bleibt nichts mehr. Selbst ein Überlebenslebenskünstler wie der Klatschmohn wird durch Glyphosat weggeputzt.«

Auch Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, die ein paar Meter entfernt vor einigen Tagen den Startschuss für den Stangenpark gegeben hatte, freute sich über die ungewöhnliche Aktion. »Wir wollen im Stadtpark immer wieder etwas Neues bieten. In diesem Fall fürs Auge und die Biodiversität.«

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