Gesundheitssystem bereichern

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Gießen(pm). Interkulturelles Verständnis und muttersprachliche Kenntnisse: Gerade internationale Medizinstudierende können - sowohl während des Studiums als auch im Beruf - eine Bereicherung für das Gesundheitssystem sein. Um von diesen Kompetenzen zu profitieren und internationale Studierende besser zu fördern, haben der Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität, die Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung Gießen und die Fachschaft Medizin mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst ein Projekt ins Leben gerufen.

"Die Studierenden, die an unsere Hochschulen kommen, bringen unterschiedlichere Voraussetzungen und Biografien mit - das ist gut so! Es verlangt den Hochschulen aber auch zusätzliche Anstrengungen ab, damit alle die gleichen Chancen auf ein erfolgreiches Studium bekommen, auch wenn sie mit verschiedenen Kompetenzen und Qualifikationen starten", erklärte Angela Dorn, Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Deshalb seien Initiativen wie in Gießen so wichtig, gerade im Hinblick auf Ärztemangel. "Wir können es uns als Gesellschaft gerade in diesem Studiengang nicht leisten, dass junge Menschen ihr Studium abbrechen, die mit geeigneter Unterstützung gute Ärzte werden können."

Interkulturelle Kompetenzen

Im seitens der Fachschaft Medizin eingerichteten GAIA-Café (Gemeinsam Aktiv für Interkulturellen Austausch) sollen die Studenten in Kleingruppen gezielt auf Prüfungen vorbereitet werden. Gleichzeitig werden sie in der interkulturellen medizinischen Ambulanz des UKGM im Rahmen von Praktika für Übersetzungen bei Patientengesprächen eingesetzt. "Wir versprechen uns Vorteile für beide Seiten", betont Yasar Bilgin, Vorsitzender der TDG. Darüber hinaus sollen Studierende bei der Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse unterstützt werden.

"Die Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen in der Medizin spielt an der JLU bereits eine wichtige Rolle und soll im Rahmen des Projekts noch weiter ausgebaut werden", betonte Prof. Dieter Körholz, der Studiendekan des Fachbereichs Medizin der JLU. Durch den Austausch sollen auch deutsche Medizinstudenten mit den kulturellen Besonderheiten der jeweiligen Heimatländer vertraut gemacht werden, um langfristig die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund deutlich zu verbessern. Das Projekt wird von Prof. Thomas Brüsemeister und seinem Team aus dem Institut für Soziologie der JLU wissenschaftlich begleitet.

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