Gesundheitsprävention für Migranten: "Bedarf ist gro?

Gießen (kw). Fünfmal haben Ärzte verschiedener Fachrichtungen und kultureller Herkunft in den vergangenen Monaten Sprechstunden im Nordstadtbüro angeboten, sehr gut besucht waren eine Reihe von Informationsveranstaltungen in den Räumen von Kulturvereinen und Gemeinden, auch die "Gesundheitslotsen" wurden geschult. Eine rundum positive Bilanz zogen am Montagnachmittag die Beteiligten des Projekts "Gesundheitsprävention im Bereich Migrantenmedizin im Rahmen der Gemeinwesenarbeit".

Gießen (kw). Fünfmal haben Ärzte verschiedener Fachrichtungen und kultureller Herkunft in den vergangenen Monaten Sprechstunden im Nordstadtbüro angeboten, sehr gut besucht waren eine Reihe von Informationsveranstaltungen in den Räumen von Kulturvereinen und Gemeinden, auch die "Gesundheitslotsen" wurden geschult. Eine rundum positive Bilanz zogen am Montagnachmittag die Beteiligten des Projekts "Gesundheitsprävention im Bereich Migrantenmedizin im Rahmen der Gemeinwesenarbeit". Sie alle äußerten beim Pressegespräch die Hoffnung, dass es in erweiterter Form auch im nächsten Jahr weitergehen kann. "Der Bedarf ist riesengro?, betonte Aydin Keskin von der Agentur "Human Active".

Dass Zuwanderer im Durchschnitt zehn bis fünfzehn Jahre früher sterben als hier geborene Deutsche, liege vor allem daran, dass sie kaum Informationen über Gesundheitsprävention erhalten, so der Gesundheitslotse Abderrahim En-Nosse. Das gelte vor allem für die einstigen, jetzt älteren "Gastarbeiter", die kaum Gelegenheit gehabt hätten, Deutsch zu lernen, ergänzte der Chirurg Dr. Akan Gül. Ihnen fehle oft auch wegen der kulturellen Unterschiede das Vertrauen zu Ärzten. Die Folgen seien fatal - zum Beispiel bei Diabetes. "Letztlich profitiert die ganze Solidargemeinschaft der Versicherten, wenn Hemmschwellen sinken, zum Arzt zu gehen", sagte Mit-Initiator Edin Muharemovic vom Ausländerbeirat der Stadt.

"Ein ganz tolles Projekt, das Barrieren abbaut und Brücken baut", meinte auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Rund 6000 Euro sind in diesem Jahr in das Kleinprojekt im Rahmen des Programms "Stärken vor Ort" - gefördert von der EU, vom Bund und von der Stadt - geflossen, erklärten Nordstadtkoordinatorin Consuelo Peral-Ruiz und Mitarbeiter Sven Burghardt von der Stadt. Sie zeigten sich optimistisch, dass es auch 2011 Fördermittel gibt. Die Zukunft von "Stärken vor Ort" sei offen.

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