Geschützter Raum im Hauschild-Haus

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Das Domizil der Aids-Hilfe in der Diezstraße trägt seit Freitag einen Namen. Der Verein benennt das Haus nach Hans Peter Hauschild. Der im Jahr 2003 verstorbene Gießener und einstige Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe gilt als Begründer eines bundesweit angewandten Präventionskonzepts.

Das Domizil der Aids-Hilfe in der Diezstraße trägt seit Freitag einen Namen. Der Verein benennt das Haus nach Hans Peter Hauschild. Der im Jahr 2003 verstorbene Gießener und einstige Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe gilt als Begründer eines bundesweit angewandten Präventionskonzepts.

"Hans Peter Hauschild war einer der angesehensten Vorkämpfer für Menschen mit HIV", betonte Staatssekretär Jo Dreiseitel im Rahmen der feierlichen Enthüllung eines neuen Namensschilds an dem Gebäude. Der Gießener habe das Profil der Aids-Hilfen in ganz Deutschland geprägt, sagte der Bevollmächtigte der Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung.

Hauschild wurde 1954 in Gießen geboren. Er studierte Behindertenpädagogik an der Justus-Liebig-Universität und gründete einen Freizeitverein für Behinderte und Nichtbehinderte. Schon bald entstand daraus eine Kommune, die eng mit der katholischen Kirchengemeinde verbunden war. Weil der Gießener schwule Beziehungen in der Öffentlichkeit pflegte, kam es zum Bruch mit dem Bischof von Mainz, woraufhin Hauschild nach Frankfurt zog und sich dort in der Aids-Hilfe engagierte. In den 90er Jahren begann er sich dann einem aus seiner Sicht noch drängenderes Thema zu widmen, wie am Donnerstag sein Witwer, Eugen Januschke, erzählte: der Hilfe für Flüchtlinge.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz würdigte Hauschild als "Vordenker". Denn er ist Urheber der strukturellen Prävention, die bis heute die Arbeit der Aids-Hilfe beeinflusst. Das Konzept setzt auf eine Stärkung des Selbstwertgefühls sowie auf geschützte Räume für Lesben, Schwulen, Transgender und Bisexuelle. Genau dies will die Aids-Hilfe im Hans-Peter-Hauschild-Haus anbieten.

An der Feier am Donnerstag nahmen aufgrund der Bekanntheit Hauschilds Gäste aus ganz Deutschland teil. Das Schild, das auf den neuen Namen des Hauses hinweist, wurde von der Tochter und der Enkelin des Namensgebers enthüllt.

Nur in einem Punkt kam es zu einer Meinungsverschiedenheit. Der Kreisbeigeordnete Hans-Peter Stock äußerte die Ansicht, eine Stigmatisierung von HIV-Infizierten sei Vergangenheit. Vehement widersprach Silke Eggers von der Deutschen Aidshilfe: Im Geiste Hauschilds müsse man gegen Diskriminierung noch stark ankämpfen.

Seit 1989 betreibt die Gießener Aidshilfe ihre Beratungsstelle in der Diezstraße. In den vergangenen Monaten hat sie das Haus kräftig renoviert. Das Erdgeschoss ist nun offen als Begegnungsstätte eingerichtet. Die Beratungsstelle residiert in der ersten Etage. Im zweiten Geschoss wurden außerdem die Büroräume für das betreute Wohnen eingerichtet.

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