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Der Basis fehlt am Samstag die Basis.

Am Rande von Laschet-Auftritt

„Die Basis“ in Gießen: „Den Namen Verfassungsschutz tragen ab sofort wir“

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
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Großes Polizeiaufgebot in Gießen: Am Rande des Landestags der Jungen Union auf dem Schiffenberg hatte sich „Die Basis“ angemeldet. Das Interesse war jedoch überschaubar.

Gießen - Dass die Polizei und die städtischen Ordnungskräfte beim Landestag der Jungen Union auf dem Schiffenberg nichts anbrennen lassen wollten, war am Samstag jedem Besucher, der sich den Klostermauern nähern wollte, schnell klar. Mit einem Großaufgebot hatte sich die Polizei auf mögliche Proteste und eine Vielzahl an Demonstranten vorbereitet, wohl auch, weil die Partei »Die Basis« versucht hatte, im Vorfeld unter anderem Menschen aus der Querdenker-Szene zu mobilisieren.

Ein weiterer Grund dürften die schwierige Voraussetzungen gewesen sein, die der Schiffenberg als Veranstaltungsort mit sich bringt. Letztlich blieb alles friedlich, die Einsatzkräfte hatten keinen Grund einzugreifen.

„Die Basis“ in Gießen: Erwartbare Themen, wenig Resonanz

Das lag auch daran, dass die Resonanz auf die Aufrufe zu den angemeldeten Kundgebungen gering war. »Das kann man nicht schönreden. Ich bin enttäsucht«, sagte der Busecker Martin Kauer, der die Kundgebung für »Die Basis« für bis zu 200 Personen angemeldet hatte. Letztlich musste er seine Reden vor gut 30 halten, die sich auf dem von den Ordnungskräften dafür zugewiesenen Parkplatz verloren. Inhaltlich arbeitete sich Kauer an den erwartbaren Themen ab: Meinungsfreiheit und Zensur, Impfzwang und Ermächtigungsgesetz. »Den Namen Verfassungsschutz tragen ab sofort wir«, rief er von einem Lkw-Hänger, ehe er sich die versammelten Polizisten verbal vornahm und Bundeskanzlerin Angela Merkel bescheinigte, sie sei die einzige Regierungschefin, die es geschafft habe, zwei Parteien zu gründen, die in den Bundestag einziehen. Neben der AfD meinte Kauer damit seine eigene Partei, die am 26. September den Versuch dazu unternimmt.

Auf der anderen Seite der Schiffenberg-Zufahrt hatten sich etwa 75 Personen versammelt, um vor allen Dingen auf Armin Laschets Klimapolitik hinzuweisen. »Die Klimakrise verhindern, heißt Laschet verhindern«, war das Motto der Gruppe, die unter anderem aus Students for Future und Fridays for Future bestand. »Wir wollen Präsenz zeigen und laut sein, weil wir Laschets Klimapolitik und sein Krisenmanagement kritisieren«, sagte Anmelderin Helena Renz. Letztlich dürften weder Laschet noch die anderen hochrangigen Politiker aufgrund der geringen Resonaz in beiden Lagern aber groß Notiz von den Protesten genommen haben.

Laut sein gegen Laschet.

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