Genießen für die Partnerstadt

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Der Kaffee ist ein Dauerbrenner. Und das, obwohl das erste Produkt des vor fast genau 40 Jahren gegründeten Gießener Weltladens vielen Kunden anfangs noch ziemlich bitter geschmeckt hat. Das erzählte Karin Solms-Turski am Samstagmittag, als der Verein Gipanic (Gießener Partnerschaftsverein Nicaragua) in dem Laden seine drei neuesten Projekte vorstellte.

Der Kaffee ist ein Dauerbrenner. Und das, obwohl das erste Produkt des vor fast genau 40 Jahren gegründeten Gießener Weltladens vielen Kunden anfangs noch ziemlich bitter geschmeckt hat. Das erzählte Karin Solms-Turski am Samstagmittag, als der Verein Gipanic (Gießener Partnerschaftsverein Nicaragua) in dem Laden seine drei neuesten Projekte vorstellte.

Ob der Einbau von Wasserfiltern, die Installation von "Öko-Öfen" anstelle der in Nicaragua nach wie vor weit verbreiteten offenen Ofenfeuer oder ein Schulprojekt: Finanziert wird all dies unter anderem durch den Verkauf der Schokolade "für ein faires G(en)ießen" sowie des fair gehandelten Gießener Justus-Kaffees.

Wegen der aktuell angespannten politischen Lage in dem mittelamerikanischen Land habe der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Gießen-San Juan del Sur, der sich kurz Gipanic nennt, die Kooperation mit regierungsnahen Organisationen und der Verwaltung der 17 000-Einwohner-Stadt vorerst "suspendiert", berichtet der Vorsitzende Uwe Koperlik. Stattdessen lege man den Schwerpunkt nun stärker auf "Infrastrukturprojekte" wie die drei präsentierten.

Neben sozialen, ökologischen und bildungspolitischen Themen nennt Stadträtin Astrid Eibelshäuser den Einsatz für die Gleichberechtigung von Mann und Frau als viertes Kernanliegen der seit 1986 bestehenden Städtepartnerschaft mit San Juan del Sur. Sie sei in diesem Sinne "ein wichtiger Baustein kommunaler Entwicklungszusammenarbeit".

Insgesamt 105 Projekte sind laut Koperlik in gut drei Jahrzehnten von Gießen aus in Nicaragua initiiert und unterstützt worden. Jahr für Jahr machten sich Mitglieder des Vereins vor Ort ein Bild davon, welche Ergebnisse man auf diese Weise erziele.

Die Besucher in der Schulstraße konnten sich am Aktionstag mit zahlreichen bereitgestellten Infomaterialien, in persönlichen Gesprächen sowie anhand einer Power-Point-Präsentation über die drei 2019er-Vorhaben informieren. Und sie hatten die Möglichkeit, auf ausgesprochen angenehme Art und Weise selbst ihren Teil dazu beizutragen – mit dem Kauf von Kaffee und Schokolade.

Letztere gibt es zum Beispiel in der Variante "mmh" als Bio-Milchschokolade mit 50 Prozent Kakao aus Nicaragua, wobei je 20 Cent an Gipanic gehen. Der Justus-Kaffee kostet bringt jeweils 25 Cent für den Partnerschaftsverein.

Die Nase zuhalten muss sich beim Trinken übrigens schon lange niemand mehr: Heute verkaufe der Weltladen den Kaffee nämlich in der allgemein beliebten mittleren Stärke, so Solms-Turski.

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