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Geisterfahrer verursacht Unfall in Gießen – Harakiri-Aktion kein Einzelfall

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Von: Burkhard Möller

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In Gießen kracht es auf der Marburger Straße. Immer wieder kommt es an der Stelle zu gefährlichen Situationen.

Gießen – Der Fahrer des Kleintransporters rollte langsam auf die Absperrung zu, dann gab er Gas und fuhr mit hohem Tempo als Geisterfahrer durch die etwa 250 Meter lange Baustelle auf der Marburger Straße stadtauswärts Richtung Lollar weiter. Diese Harakiri-Aktion am Montagmittag (21. November) war eine Zufallsbeobachtung, aber kein Einzelfall.

Am Mittwoch (23. November) verursachte ein Pkw-Fahrer, der trotz der unübersehbaren Beschilderung gegen die Einbahnstraße fuhr, einen Unfall. Um die Mittagszeit waren er und ein weiteres Fahrzeug in den Baustellenbereich eingefahren. Beim Versuch, dem Gegenverkehr auszuweichen, fuhr der Geisterfahrer gegen einen massiven Metallbogen am Fahrbahnrand und verklemmte sich mit dem rechten Vorderrad. Während der Wagen aus der Klemme befreit wurde, kam es zu einem Rückstau.

Unfall in Gießen: Gefährliche Situationen auf Marburger Straße

Auch ansonsten kommt es auf der oberen Marburger Straße seit Einrichtung der Straßenbaustelle auf Höhe des früheren BMW-Autohauses immer wieder zu gefährlichen Situationen. Autofahrer, die trotz der Umleitungsbeschilderung bis direkt vor die Baustelle und die beiden Durchfahrtsverbotsschilder fahren, wenden auf der Straße und bringen sich sowie Autofahrer, die stadteinwärts unterwegs sind, in Gefahr. Andere biegen nach links auf das Gelände einer Autowaschstraße ein, um dort zu drehen und stadteinwärts zurückzufahren.

Die vor rund zwei Wochen eingerichtete Baustelle steht in Zusammenhang mit den Erschließungsarbeiten für das Wohngebiet »Westhang Living«. Um Abrissarbeiten durchzuführen und den Straßenanschluss für das Wohngebiet herzustellen, musste die stadteinwärts führende Fahrspur gesperrt werden.

Die Stadt entschied, den Verkehr Richtung Innenstadt auf der Marburger Straße weiterzuführen und ihn stadtauswärts umzuleiten. Diese Verkehrsführung hat laut Stadtsprecherin Claudia Boje damit zu tun, dass sich der Verkehr so leicht nach rechts über Wiesecker Weg und Ludwig-Richter-Straße umleiten lasse. »Bei einer Umleitung stadteinwärts wäre das zweimalige Kreuzen des gegenläufigen Verkehrsstroms notwendig geworden«, erläuterte Boje.

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Wendemanöver vor der Einbahnstraße an der Baustelle Marburger Straße. © Rüdiger Schäfer

Gießen: Knapp 180 Wohnungen sollen gebaut werden

Bereits in der unteren Marburger Straße wird auf die Sperrung hingewiesen, die Fahrbahn ist mit Leitbaken verengt. Dies diene dazu, den Umleitungsverkehr in den Wiesecker Weg abzuleiten, erklärt Boje. Gegenüber dem »Herkules«-Supermarkt sei es auch noch möglich, nach rechts in die Dürerstraße abzubiegen. Diese Umleitungsstrecke führt über den Wiesecker Weg und die Ludwig-Richter-Straße wieder hoch zur Marburger Straße. Voraussichtlich noch bis Mitte Dezember wird es bei dieser Verkehrsführung, die auch zu mehr Verkehr auf der Wie- secker Ortsdurchfahrt führt, bleiben.

Auf dem Gelände an der Marburger Straße möchte die Regio Bau- und Bodenentwicklungsgesellschaft Gießen auf dem rund 2,5 Hektar großen Gelände der ehemaligen »Rinn’schen Grube« und des früheren Autohauses knapp 180 Wohnungen in mehreren Gebäuden errichten. Vorne an der Marburger Straße, wo zuerst gebaut wird, ist eine gemischte Nutzung vorgesehen. Der Bebauungsplan ist seit dem Sommer rechtskräftig. (mö/rsc)

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