Gegenwind für Solarkritik

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Gießen (chh). Sind Elektroauto-Ladestationen gefährlich? Ja, glaubt die AfD. Unsinn, meint der Rest der Stadtverordneten. Am Donnerstag kam es im Rathaus zum heftigen Schlagabtausch. Die AfD-Fraktion wollte nicht nur Elektro-Ladestationen in Tiefgaragen abschaffen, sondern auch keine neuen Fotovoltaikanlagen mehr auf öffentlichen Gebäuden oder Grundstücken bauen lassen.

Thomas Biemer (AfD) betonte, dass es beim Aufladen von Lithium-Ionen-Akkus zu Bränden kommen könnte. Die dabei entstehenden hohen Temperaturen könnten tragende Gebäudeteile angreifen. Biemer versuchte, seine Ausführungen mit Zitaten und Beispielen zu untermauern. Den Verzicht auf weitere Solaranlagen begründete er unter anderem damit, dass diese Art der Stromerzeugung "unsozial und volkswirtschaftlich schädlich" sei.

Mit den Anträgen stieß die AfD auf wenig Gegenliebe. Zunächst betonte Bürgermeister und Brandschutzdezernent Peter Neidel, dass zertifizierte Ladestationen die Standsicherheit von Tiefgaragen nicht gefährden würden. Die Kritik von Grünen-Fraktionschef Klaus-Dieter Grothe war deutlicher: "In diesem Antrag stimmt kein Satz." Er warf der AfD vor, mit Schreckensszenarien Angst schüren zu wollen. "Sie wollen keine erneuerbaren Energien und leugnen den menschengemachten Klimawandel." Christopher Nübel (SPD) fügte an, die AfD wolle sich eigene Fakten schaffen. "Das ist Wahnsinn." Solarenergie sei nicht unwirtschaftlich, sondern im Gegenteil die derzeit günstigste Energieform. Klaus Peter Möller (CDU) teilte die Kritik an Biemers Ausführungen: "Vor allem haben Sie keinen einzigen Vorschlag gebracht, was Alternativen sein könnten." Die beiden Anträge wurden abgelehnt.

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