Die Pflege der öffentlichen Grundstücke in Rödgen lässt sehr zu wünschen übrig, beklagt der Ortsbeirat. Die Stadt hat nun offenbar reagiert und die Altkleidercontainer sowie die Mülleimer am Bürgerhaus geleert und den Platz gesäubert. FOTO: HF
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Die Pflege der öffentlichen Grundstücke in Rödgen lässt sehr zu wünschen übrig, beklagt der Ortsbeirat. Die Stadt hat nun offenbar reagiert und die Altkleidercontainer sowie die Mülleimer am Bürgerhaus geleert und den Platz gesäubert. FOTO: HF

Gegen die Verlotterung

  • vonChristian Schneebeck
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Gießen-Rödgen(csk). Die guten alten Zeiten wünscht sich der Ortsbeirat Rödgen zwar nicht gleich zurück. Einem Teil davon trauert er aber doch hinterher. Es müsse in Zukunft wieder feste Stadtteilmitarbeiter für den Ort geben, forderte das Gremium in seiner Sitzung am Dienstagabend. Seit diese 2014 in das Gartenamt eingegliedert worden seien, habe sich "die Pflege der öffentlichen Grundstücke permanent verschlechtert". So steht es in einem Antrag der SPD, dessen Fraktionsvorsitzender Jürgen Becker betonte, der wachsame Blick der Bürgervertreter allein reiche eben nicht, um den Stadtteil sauber zu halten. Vielmehr habe sich gerade erst ein neuer "Schandfleck" gebildet.

Alte Klamotten, Sperrmüll, Unrat

Rund um die Altkleidercontainer am Bürgerhaus lägen regelmäßig nicht nur säckeweise Klamotten, sondern auch Sperrmüll und Unrat, sagte Becker. Sein Parteifreund Dieter Geißler kritisierte die Stadt, generell zu wenig für die Pflege des öffentlichen Raumes zu tun. Man könne nicht von den Menschen verlangen, den Bürgersteig vor ihrem Haus zu fegen, während die Kommune ihren Pflichten nicht nachkomme, schimpfte er. Christoph Thiel (CDU) fand noch einen politisch-pragmatischen Aspekt an dem Thema: Sobald die Stadt stärker handele, könne sich der Ortsbeirat "etliche Anträge sparen".

Keinesfalls verzichten möchten die Rödgener auf den im vergangenen Jahr übergelaufenen Teich hinter dem Feuerwehrgerätehaus. Die Analyse von Schlammproben habe ergeben, dass der Teich mit Schadstoffen belastet und eine Entsorgung von ausgehobenem Material als Sondermüll notwendig ist, schreibt der Magistrat. Daher wolle man das frühere Löschwasserreservoir, das für die Feuerwehr längst keinen Nutzen mehr habe, "der natürlichen Verlandung anheimfallen lassen". Die Bürgervertreter möchten den Teich indes erhalten. Als "durchaus wertvolles Biotop" habe er einen hohen ökologischen Wert, befanden sie auf Vorlage der Freien Wähler.

Zwei weitere Anträge - zu einer Radarkontrolle in der Ortsdurchfahrt sowie zu einem Tempolimit von 30 km/h ebenda - erhielten alle Stimmen. Kontroverser geriet der SPD-Vorschlag, die "Verkehrswende-Initiative Rödgen" für eine Präsentation einzuladen. Sie habe sich Anfang des Jahres gegründet und zähle fünf Aktive, berichtete Initiator Finn Becker. Statt dem Ansinnen der Sozialdemokraten zuzustimmen, brachten die Freien Wähler einen Initiativantrag ein. Darin forderten sie Informationen vom Magistrat über geplante Verkehrswende-Maßnahmen in Gießen. Letztlich bekam beides eine Mehrheit.

Wie Ortsvorsteherin Elke Victor (Freie Wähler) mitteilte, hat Peter Ruhwedel (Freie Wähler) sein Mandat aus persönlichen Gründen niedergelegt. Für ihn rückt Michael Horn nach.

Umsiedlung der Schmetterlinge

Zwei gute Nachrichten hatte Bürgermeister Peter Neidel (CDU) im Gepäck. Dadurch, dass sich nicht der Otto-Konzern, sondern der Logistiker VGP auf dem US-Depot-Gelände ansiedele, werde es für Rödgen "keine negativen Veränderungen mit Blick auf den zu erwartenden Verkehr geben".

Eine Veränderung erwartet aber die Ameisenbläulinge auf der Fläche "In der Roos", die für das geplante Baugebiet weichen müssen. Ihr Schutz hatte im Ortsbeirat für Debatten gesorgt. "Das soll dieser Tage stattfinden", sagte Neidel nun über eine Umsiedlung der Schmetterlinge.

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