Gegen den Strom schwimmen

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Schüler der Sophie-Scholl-Schule haben sich in einem Projekt mit dem Thema "Alltagshelden" beschäftigt. Was zeichnet einen Alltagshelden aus? Nach einem Sozial-Experiment kamen die Schüler zum Schluss: Mut. Vor allem der Mut, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen.

Schüler der Sophie-Scholl-Schule haben sich in einem Projekt mit dem Thema "Alltagshelden" beschäftigt. Was zeichnet einen Alltagshelden aus? Nach einem Sozial-Experiment kamen die Schüler zum Schluss: Mut. Vor allem der Mut, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen.

Anlass war der 75. Todestag von Sophie und Hans Scholl am 22. Februar. Beide waren Teil der studentischen Bewegung "Weiße Rose", die mit Flugblättern gegen den Nationalsozialismus kämpfte. Sophie Scholl wurde 1943 im Alter von 21 Jahren wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und zusammen mit ihrem Bruder geköpft.

Die Schüler hatten an zwölf Projekten zum Gedenken an Sophie Scholl gearbeitet. Wie es an der Sophie-Scholl-Schule üblich ist, wurden alle Altersgruppen, Stufen sowie Schüler mit und ohne Behinderung in den Gruppen gemischt. Die Schule lege viel Wert darauf, dass niemand ausgegrenzt werde, sagte Schulleiterin Annegret Roggenkamp.

Der Gedenktag startete auf dem Schulhof. Die Schüler hatten Karten gebastelt, auf denen sie ihre Wünsche und Grüße an Sophie Scholl festhielten. Diese Karten ließen sie, an Luftballons gebunden, in den Himmel steigen. Schüler spielten dazu auf Flöten das Lied "Die Gedanken sind frei", so wie Sophie Scholl es 1942 für ihren inhaftierten Vater vor den Gefängnismauern getan hatte. Er war wegen kritischer Äußerungen über Adolf Hitler eingesperrt worden.

Nachdem Schüler, Eltern, Lehrer und Gäste sich in der Aula versammelt hatten, sprach die Beauftragte der hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderung, Maren Müller-Erichsen, über das Leben von Sophie Scholl. Roggenkamp bezeichnete Müller-Erichsen als "die Gründungsmutter der Schule". Sie war beteiligt an der Namensgebung der Lehrstätte. Sie betonte, dass es ihr damals wichtig gewesen sei, dass die Schule den Namen einer Person trägt, die sich für Freiheit und das Wohl der Menschen eingesetzt habe. Sie hoffe, dass die Schüler ihr Leben im Gedenken an Sophie Scholl und ihren außergewöhnlichen Einsatz gestalten. "Es gehört viel Mut dazu, in der heutigen Zeit durch die Welt zu gehen", sagte Müller-Erichsen. Diesen Mut wolle man den Schülern mit auf den Weg geben.

Zum Abschluss warf eine Schülerin selbst entworfene Flugblätter von der Empore der Aula, so wie Sophie und Hans Scholl es in der Universität in München am Tag ihrer Inhaftierung getan hatten.

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