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Der Tag, an dem die Maske fiel: Gedränge in der Innenstadt von Gießen

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Von: Rüdiger Schäfer

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Ohne Maske in Gießen: Das geht ab dem vergangenen Sonntag (03.04.2022) wieder.
Ohne Maske in Gießen: Das geht ab dem vergangenen Sonntag (03.04.2022) wieder. © Rüdiger Schäfer

Sonnenschein, „Sport in der City“ und strahlender Sonnenschein locken Menschen in die Innenstadt von Gießen. Eine Maske muss keiner mehr tragen.

Gießen – »Sport in der City« und ein verkaufsoffener Sonntag haben die Menschen bei viel Sonnenschein in die Innenstadt gelockt. Einkaufen konnten sie zudem erstmals wieder ohne Maskenpflicht. Die Resonanz war unterschiedlich.

Die elfte Auflage von »Sport in der City« fand statt an 31 Stationen am Linden-, Kirchen- und Marktplatz sowie am Kugelbrunnen, im Seltersweg, in der Löwen- und Kaplansgasse sowie im Neustädter. Zwei Karussells waren für Kleinsten aufgebaut. Für die Älteren gab es an vielen Stationen ein reichhaltiges Angebot an Glücks-, Geschicklichkeits-, Balance-, Konzentrations- und Ausdauerübungen.

Gießen: Von Kletterturm bis Ballwurfanlage alles dabei – ganz ohne Maske

Rein optisch stach der Kletterturm des Deutschen Alpenvereins und des Technischen Hilfswerks auf dem Lindenplatz hervor; nicht nur wegen seiner Höhe von sechs Metern. Erstaunlicherweise waren hier vermehrt Kinder im Alter von »Dreikäsehochs« zu finden, die fast alle den Gipfel mit dem Läuten der dort befestigten Glocke erklimmen konnten. Der MTV 1846 warb mit einer Ballwurfaktion für seine Football-Abteilung. Der Busters Baseballclub hatte eine Schlagstation mit einer Ballmaschine in einem Netzkäfig aufgebaut.

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Ohne Maske in Gießen: DAV und THW mit Kletterturm in der Innenstadt. (03.04.2022) © Rüdiger Schäfer

Bei den Mädchenfußballerinnen des TSV Klein-Linden gab es Torwandschießen. Die TSG Blau-Gold stellte verschiedene Sportarten wie Breakdance, Hip-Hop, Ballett vor. Beim Uni-Rugby-Club gab es Ball- und Tackle-Übungen. Die Kampfkunstakademie lud zu Versuchen im Taekwando, Kickboxen und Selbstverteidigen ein. Der Rot-Weiß Tanzclub bot Hip-Hop, der Golfclub Winnerod eine Golfabschlagstation, die 46ers eine Wurf-, Dribbel- und Passstation. Wie ein Faultier längere Zeit hängen, das konnte hier ausprobiert werden.

Sonntag (03.04.2022) in Gießen: Für Erwachsene ist einiges geboten - ebenfalls ohne Maske

Auch die Erwachsenen durften sich an vielen Aktionen beteiligen. So beim Bogenschießen und auf einer Lichtgewehranlage des Schützenclub »Roland« Kleinlinden, beim Boule-Spielen von Lahnboule Heuchelheim, bei einem Hochhaltewettbewerb des Tennisclubs Rot-Weiß und am Stand von Eintracht Frankfurt. Der 1. Rock’n’Roll-Club präsentierte sich mit Tänzen und lud zum Mittanzen ein.

Viele nutzen die Gunst der Stunde - den verkaufsoffenen Sonntag - zu ausgedehnten Einkaufsbummeln, dazu noch ohne Maskenzwang. Karstadt verkündet am Eingang »Ab sofort können Sie ohne Maske bei uns einkaufen.« Dies tat denn auch etwa die Hälfte der Kunden. Andererseits: Selbst im Gewusel des Selterswegs waren nicht alle »oben ohne«.

Gießen: Jennifer und Fabio tragen weiterhin Maske

Das junge Paar Jennifer Bauer (zu Besuch) und Fabio Carulla (aus Gießen) betraten mit Maske das Reformhaus am Kugelbrunnen. Ihnen ist »mehr Sicherheit« wichtig. In den zwei Jahren des Maskentragens hätten sie gemerkt, nicht mehr so oft krank gewesen zu sein. »Im Laden lieber mit, im Bekanntenkreis und an der Arbeit ohne«, so ihr Prinzip.

Thorsten Goldbach wollte ohne Maske zu Deichmann. »Ich fühle mich zwar immer noch unsicher. Doch möchte ich mein altes Leben zurück.« Die Mitarbeiterinnen des Ladens trugen alle Maske. »Wir dürfen sie jedoch bei wenig Kundenandrang kurz zum Verschnaufen für zehn Minuten abnehmen«, so eine Verkäuferin. Die Gießener Nancy und Philipp Sockoll kamen mit einer Einkaufstüte und ohne Maske aus dem TK Maxx. »Wir sind dreimal geimpft, haben keine Angst vor einer Ansteckung, finden das ohne Maske sehr angenehm, halten trotzdem Abstand ein.« Auf dem Flohmarkt an der Messe am Tag zuvor seien sie als Unmaskierte noch von vielen »schockiert« angeschaut worden.

Maske in Gießen: Nicht nur Corona ist ein Grund sie zu tragen

Die Gießener Christina Muschinski und Adam Waclawczyk tragen nicht aus Angst vor Corona Masken, sondern »wegen anderen Infektionskrankheiten wie Magen-Darm-Erkrankung. Dies bereite ihnen »mehr Sorgen als Corona«. Eine Mitarbeiterin von Fielmann stand mit heruntergezogener Maske vor dem Brillengeschäft und unterhielt sich mit zwei Bekannten. »Im Geschäft ziehen alle Mitarbeiter die Maske freiwillig auf. Auch als Kunde würde ich das tun.« Das machten drei Viertel von ihnen.

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So gut wie in alle Geschäfte kamen die Kunden ohne Maske hinein. Nur wenige hatten einen Aushang angebracht, auf der das Maskentragen empfohlen wird. Minyu Bubble Tea ist einer der wenigen Läden, die »Zutritt nur mit FFP2-Maske« angeschrieben haben. Kochlöffel verwies sogar noch immer auf die Maskenpflicht und formulierte im Eingangsbereich: »Bei Nichteinhaltung sind wir verpflichtet, Sie aus dem Kochlöffel zu verweisen«. Eigenartig, dass weder die Bedienungen noch die Gäste eine Maske trugen. (Rüdiger Schäfer)

Während am Wochenende bereits viele ohne Maske unterwegs waren, sinken am Montag auch die Corona-Fallzahlen in der Region Gießen.

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