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Sven Philipp mit einer seiner Stammlampen vor der Galerie auf dem Schiffenberg. FOTO: DKL

Galerie auf dem Schiffenberg öffnet

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Gießen(dkl). Auf dem Schiffenberg regt sich bereits wieder das Leben. Der Kiosk ist bei schönem Wetter geöffnet, der Umbau der bisherigen Gästezimmer in der Komturei hat begonnen, die Basilika soll so bald wie möglich an den Wochenenden wieder zugänglich sein und die Galerie öffnet ihre Pforte.

Galerist Rudolf Lotz ist hocherfreut, dass er wieder aktiv sein kann. Zur Wiedereröffnung hat er einige neue Werke dazugeholt. Eine komplett neue Sonderausstellung wird es voraussichtlich erst im Herbst geben. Die Entwicklung der Pandemie muss natürlich abgewartet werden.

Superheroes treffen auf Beethoven

Zur bestehenden Ausstellung mit Werken von Armin Müller Stahl hat er weitere Arbeiten des Schauspielers und Malers dazugeholt, Drucke und Unikate. Auf diese Weise können sich Freunde der klassischen Musik im aktuellen Beethoven-Jahr mit einem Porträt des Komponisten beglücken. Neu hinzugenommen hat der Galerist die "Superheroes" von Heiner Meyer, das sind vergnügliche Porträts von Comicfiguren. Meyer ist Gießener Kunstfans bekannt, mit einer Ausstellung seiner Werke hatte Dr. Häring im Juni 2009 die neue Kunsthalle im Rathaus eröffnet.

Zu den aktiven Künstlern und Künstlerinnen der Galerie auf dem Schiffenberg gehört auch Sven Philipp, dessen Holzarbeiten schon zu sehen waren. Regelmäßig hat Galerist Lotz die "Stammlampen" von Philipp beim alljährlichen Kunstfest "Kunst in Licher Scheunen" gezeigt. Nun sind zwei große Stammlampen im Außenraum der Galerie auf dem Schiffenberg dazugekommen.

Ja, den Namen habe er erfunden, erzählt der Künstler, er hat das Markenrecht daran und hat ihn sich sogar als offiziellen Künstlernamen zugelegt. Eine Stammlampe ist ein ausgehöhlter Baumstamm, der innen mit LED-Leuchtmitteln bestückt wird. Es ist zugleich eine dekorative Holzskulptur und eine funktionale Beleuchtung. Sven Philipp hat eine spezielle Technik entwickelt wie er den Stamm mit Stechschnitten öffnet und dann vorsichtig weiterbearbeitet, so dass außen herum eine netzartige Struktur entsteht. Es gibt "sägeraue" Stammlampen und solche, die einen Nachschliff erhielten. Die Leuchtwirkung ist unterschiedlich, je nach Holzart. "Die Robinie hat innen rötliches Holz, das macht ein wärmeres Licht.", erklärt der Künstler bei strahlendem Sonnenschein. Die volle Wirkung lässt sich also nur in Dämmerung und Dunkelheit erleben.

Holz aus Buseck für die Stammlampen

Sven Philipp ist Jahrgang 1976, kommt aus Herborn. Nach einer kaufmännischen Ausbildung ging er als Quereinsteiger in den Forstbetrieb. Er ist seit zehn Jahren Besitzer eines Waldstücks bei Buseck, das er naturnah bewirtschaftet. Dort entstehen auch seine Holzskulpturen. Die Werke sind vom Wuchs des jeweiligen Holzstücks oder auch anderen Naturmaterialien inspiriert. Zum puristischen Design kommt LED-Technik. "Am Anfang habe ich die Stücke noch selbst zusammengelötet, mittlerweile gibt es sie fertig zu kaufen. Da ist einiges an Entwicklung passiert." Er wird von mehreren Galerien vertreten, zuletzt kam eine in Worpswede dazu. "Direkt gegenüber der Kunsthalle", sagt er stolz. In der Schiffenberg-Galerie wird demnächst ein Katalog mit Werkbeispielen ausliegen.

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