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Im "Iss was - Fusionsküche" in Gießen treffen verschiedene Kulturen aufeinander und verschmelzen zu einer Küche.

Gastrotipp

Fusion der Kulturen im "Iss was"

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Israelisch, aramäisch und russisch: Im "Iss was - Fusionsküche" in Gießen treffen verschiedene Kulturen aufeinander und verschmelzen zu einer Küche.

"Durch die vielen Ortswechsel hat mir das heimische Essen gefehlt", erzählt Nikita Leschenko, der Koch des im November vergangenen Jahres eröffneten Restaurants "Iss was – Fusionsküche". Geboren auf der Krim war Leschenko im Grundschulalter nach Israel gezogen und hatte dort seine Kindheit verbracht, bis der Krieg seine Familie 2003 dazu brachte, nach Deutschland zu ziehen. Zum Militärdienst musste der junge Koch noch einmal nach Israel zurückkehren, doch anschließend wartete Daniel Nyrkow, ein Freund aus Kindertagen, auf ihn. Der hatte stets den Traum, sich selbstständig zu machen. 

Als Leschenko für seine Freunde israelisch kochte, war Nyrkow schnell klar, womit. "Wir waren zwei junge Burschen, gewillt und motiviert", erzählt er lachend. "Aber wir brauchten jemanden mit Erfahrung." Den fanden sie in David Aydin, der auf fast 30 Jahre Gastronomieerfahrung zurückblickt. "Die beiden haben mich begeistert", erzählt Aydin. "Und dann wurde mir diese Immobilie angeboten." 

Iss was - Fusionsküche: Zwei Jahre renoviert

In den Räumlichkeiten, in denen sich früher die "Belle Epoque" befunden hatte, ließen die Vermieter sie zwei Jahre renovieren, ohne Miete einzufordern. "Wir haben alles selbst gemacht und hatten viele anstrengende Tage", berichten die drei. "Aber wir haben immer dran geglaubt, weil wir nicht nach Trends und Hypes geguckt haben, sondern das gemacht haben, wovon wir überzeugt waren." 

Nikita Leschenko, David Aydin und Daniel Nyrkow (v.l.) führen zusammen das "Iss was - Fusionsküche" in Gießen.

Diese Überzeugung spiegelt sich auch in dem Namen des Restaurants. Denn mit "Fusionsküche" meinen die drei einerseits die israelische Küche, die Einflüsse aus vielen Kulturen aufweist, und andererseits ihre eigenen "Fusionen", die durch Aydins aramäischen und Nyrkows russischen Hintergrund beeinflusst sind. "Die Grundrezepte sind Jahrtausende alt und haben bewiesen, dass sie gut für die Menschen sind", erzählen sie. "Und wir peppen sie auf und bringen sie auf den europäischen Geschmack." So ist sich Aydin sicher, dass sie mit den angebotenen Falafel-Varianten mit Roter Bete und Süßkartoffeln absolute Vorreiter waren. 

Iss was - Fusionsküche: Nahrhaft, gesund und proteinreich

Ihre Küche beschreiben sie als nahrhaft, gesund und proteinreich. 90 Prozent der Speisen seien selbst gemacht, erzählt Leschenko, der jeden Tag 30 bis 40 Kilo Hummus zubereitet. Der Rest, wie beispielsweise das Pitabrot (1,20 Euro ), sei authentisch und stamme direkt aus Israel. Bei den "Hummus Bowls", die mit verschiedenen Falafel-Varianten, Kichererbsen oder Champignons angeboten werden (7,50 bis 8,50 Euro), ist es ebenso inklusive wie ein kleiner Salat und eine Beilage, etwa eingelegte Oliven, Karotten oder Salzgurken. 

Edamame, grüne Sojabohnen, gibt es mit Salz und Zitrone.

Edamame (grüne Sojabohnen) gibt es mit Salz und Zitrone für 3,50 Euro, ebenso wie ein Glas hausgemachte Minz-Limo. Zudem gibt es Salate (5-7,50 Euro), Wraps (7,50 Euro) oder Schakschuka (Spiegeleier mit Tomatensoße, 8 Euro) sowie Desserts. Hübsch angerichtet und in vielen kleinen Schälchen sind die Speisen ein beliebtes Fotomotiv der jüngeren Gäste. Doch auch die älteren sind begeistert: Die älteste Stammtisch-Teilnehmerin ist 85, erzählen die drei stolz.

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