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Die Pläne sehen ein dreistöckiges Gebäude in Holzbauweise vor.

Für Schuldezernentin ist Anbau am LLG »alternativlos«

Gießen (ige). Zur geplanten Schaffung von weiteren Unterrichtsflächen am Landgraf-Ludwig-Gymnasium (LLG) hatte die Stadt die Anwohner des unteren Blumenviertels, vor allem die des Tulpenweges, zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Nachdem der Magistrat seine Zustimmung gegeben hatte, war der Bauantrag für den Anbau eingereicht worden. Einige Anwohner sehen dies kritisch.

Stadträtin und Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser erläuterte, wieso sie das Vorhaben für alternativlos halte. Durch die Umstellung von G8 wieder auf G9 gebe es künftig am LLG einen Schuljahrgang mit fünf Klassen mehr. Die benachbarte Georg-Büchner-Schule benötige dringend die von der LLG bisher benutzten drei Klassenräume sowie einen Gruppenraum. In den vergangenen Jahren habe es am LLG jeweils zwischen 170 und 200 Anmeldungen gegeben, von denen nur 150 berücksichtigt hätten werden können. »Wir haben hier eine Fünfzügigkeit festgelegt und wollen dabei bleiben.« Eine neue Schulen im Außenbereich zu bauen, käme nicht in Frage. Ziel müsse die Innenverdichtung sein.

Das LLG ist 416 Jahre alt und damit zweitältestes Gymnasium Hessens. Schulrektorin Antje Mühlhans wies darauf hin, dass früher 12 bis 16 Schüler in einer Klasse gesessen hätten. »Jetzt sind es 28.« Alle Räume der LLG, auch die im Keller, würden genutzt, sodass »wir gar nichts mehr unterstellen können.« Während in ihrer Schule 28 Personen auf 39 Quadratmeter unterrichtet würden, betrage ein normaler Klassenraum heute 60. Veränderte Lehrformen erforderten mehr Klassenraumfläche.

Drei Geschosse

Wie Architektin Katharina Rinn erläuterte, werde der Neubau an Haus B angrenzen. Statt vier Geschosse wie das Haus B wird es drei Stockwerke aufweisen. Pro Stockwerk wird es drei Klassenräume geben. Barrierefrei wird das neue Gebäude durch eine Aufzugsanlage. Fertiggestellt sein soll es im nächsten Sommer. Da schützenswerte Bäume gefällt werden müssten, soll laut Rinn »als Ausgleich« mit Holz gebaut. Diese Bauweise wird derzeit auch bei der Aufstockung des Hauses A für eine Mediathek und Bibliothek realisiert. Alle Mindestabstände zu Nachbarbebauungen seien berücksichtigt. Aus Brandschutzgründen könne man das Gebäude nicht nach Süden - weiter weg von den Häusern im Tulpenweg - verschieben. Dabei wurde erwähnt, dass eine zweite Schulsporthalle an der bisherigen Halle angrenzend errichtet werden soll.

Fast zwei Dutzend Anwohner waren der Einladung der Stadt gefolgt und verliehen ihrer Verärgerung ob des geplanten Neubaus »direkt vor ihrer Nase« Ausdruck. Es fielen Argumente wie Wertverlust ihres Hauses, Verschattung, Baulärm und danach »Schülerlärm«, Parkraumverknappung durch eine wachsende Anzahl Autos. Dem Argument »Schulen in Gießen werden attraktiver gemacht, die im Umland sterben« entgegnete Mühlhans, dass noch vor einigen Jahren 60 Prozent der Schüler am LLG aus dem Umland gekommen seien. »Heute haben wir vor allem Stadtkinder.«

Die Pläne des Anbaus können im Rathaus eingesehen werden.

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