Fünfziger sollen mehr zahlen

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Gießen(ta). Die Einführung eines Mitgliedsbeitrags für den Gesamtverein der Fünfziger war mühselig. Obwohl es nur um einen Euro pro Kopf und Jahr ging, wurde vor vier Jahren lange diskutiert, ehe diese Neuerung mit sehr großer Mehrheit beschlossen wurde. Vier Jahrgänge weigerten sich aber lange beharrlich, ihren Obolus zu entrichten. Erst angesichts des drohenden Ausschlusses aus dem Dachverband lenkten sie ein. Eine Neuauflage dieser Debatte um finanzielle Solidarität könnte es bei der Mitgliederversammlung am 19. Juni geben. Denn da will der Vorstand beantragen, die Umlage ab 2021 um zwei auf drei Euro zu erhöhen.

Bei der mäßig besuchten Mitgliederversammlung am Donnerstag im Kerkradezimmer der Kongresshalle wurde dieses Vorhaben von den Delegierten der Jahrgänge bei einigen Gegenstimmen und Enthaltungen mit deutlicher Mehrheit befürwortet.

Gesamtvorsitzender Otto Suckfüll hatte die angestrebte Erhöhung damit begründet, dass der Gesamtverein Fixkosten von rund 6000 Euro pro Jahr habe, davon aber nur etwa 2500 Euro über die Ein-Euro-Abgaben der zahlungspflichtigen Mitglieder (die älteren Jahrgänge mit gut 1000 Mitgliedern sind befreit) erhält. Diese Lücke wolle der Vorstand nun gern schließen.

Dem zuvor von Schatzmeisterin Renate Pangritz vorgelegten Kassenbericht war zu entnehmen, dass der Gesamtverein das Geschäftsjahr 2019 wohl mit einem Minus von rund 1300 Euro abschließen wird. In diesem Betrag sind allerdings auch zwei schon 2018 angefallene Posten enthalten, nämlich die Umsatzsteuerzahlung und das Restdefizit von der 150-Jahr-Feier. Ohne diese Nachzahlungen wäre im Vorjahr ein deutlicher Überschuss entstanden.

Zu den Fixkosten gehören vor allem die Verluste beim Frühlings- und Wäldchesfest, die Teilnahme am Gießener Fastnachtszug, der Neujahrsempfang und die Mitgliederversammlungen. Dem stehen die Mitgliedsbeiträge sowie der Überschuss durch den Anzeigenverkauf für die Fünfziger-Nachrichten gegenüber. Auch dank einer erklecklichen Rücklage steht der Gesamtverein finanziell gesund da.

Die dennoch angestrebte Erhöhung des Mitgliedsbeitrags hat deshalb dem Vorsitzenden zufolge vor allem das Ziel, Spielraum für unvorhersehbare Verluste zu schaffen. Dies gelte für die etwaige Neuauflage eines sommerlichen Fünfziger-Frühschoppens wie im Jubiläumsjahr 2018 auf dem Kirchenplatz. Dabei stellten Einnahmeausfälle durch geringen Besuch ein beträchtliches Kostenrisiko dar, betonte Suckfüll.

Die vom Vorstand ins Gespräch gebrachte Neuauflage einer Hobby- und Kunstausstellung mit Werken von Fünfziger-Mitgliedern, wie sie zuletzt 2012 organisiert worden war, fand unter den Delegierten keine Resonanz. Stattdessen wurde die Ausrichtung eines Fünfziger-Flohmarktes vorgeschlagen.

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