Wie fühlt sich Gießen an?

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Gießen (pm). Wie fühlt sich Gießen an und wie wird es wahrgenommen? Was ist Gießen für seine Einwohner – Heimat, zweite Heimat oder ein Übergangsort? Was macht eine Stadt eigentlich zu einer Heimat? Antworten auf diese Fragen will die Ausstellung "Making a Home in Gießen" zeigen, die am Montag, 6. Februar, 19 Uhr, im Atrium des Rathauses eröffnet wird. Sie ist ein gemeinsames Projekt der Arbeitsgruppe Museumskultur des Gießener Graduiertenzentrums Kulturwissenschaften, unterstützt von der Stadt und dem International Graduate Centre for the Study of Culture.

Gießen (pm). Wie fühlt sich Gießen an und wie wird es wahrgenommen? Was ist Gießen für seine Einwohner – Heimat, zweite Heimat oder ein Übergangsort? Was macht eine Stadt eigentlich zu einer Heimat? Antworten auf diese Fragen will die Ausstellung "Making a Home in Gießen" zeigen, die am Montag, 6. Februar, 19 Uhr, im Atrium des Rathauses eröffnet wird. Sie ist ein gemeinsames Projekt der Arbeitsgruppe Museumskultur des Gießener Graduiertenzentrums Kulturwissenschaften, unterstützt von der Stadt und dem International Graduate Centre for the Study of Culture.

Bei einem Workshop im Mai 2015 haben jeweils ein bereits seit langer Zeit in Gießen Ansässiger sowie ein gerade erst aus einem anderen Land oder einer anderen Stadt angekommener Neu-Gießener gemeinsame Stadtspaziergänge unternommen. Dabei tauschten sich die Duopartner darüber aus, wie sie die Stadt erleben. Audioaufnahmen dieser Gespräche, Fotos und Videos der Spaziergänge sowie selbst gemachte Stadtkarten, die während und nach den Spaziergängen entstanden sind, sind nun Material für die Ausstellung. "Making a Home in Gießen" lädt aber auch gleichzeitig die Besucher der Ausstellung zur eigenen Erkundung der Universitätsstadt ein.

Die Schau sollte einen lokalen Bezug haben, auch wenn es um ein globales Thema gehe, betont Katja Wehde vom Graduiertenzentrum. Schließlich ähnelten sich die Praktiken, wie sich Menschen einer neuen Stadt annähern.

Sechs interaktive Stationen, die Aspekte wie Konsum, Raumvorstellungen, Zugehörigkeit sowie die Aneignung der Stadt umfassen, regen die Besucher dazu an, über ihre eigenen Wahrnehmungen von Gießen nachzudenken. "Making a Home in Gießen" will die Prozesse zeigen, die bewirken, dass eine Verbindung zwischen dem Individuum und dem Stadtraum entsteht. Was das genau bedeutet, können die Ausstellungsbesucher erkunden, ohne dass dies im Vorfeld verraten wird. Als Standort wurde bewusst das Rathausatrium gewählt, um möglichst viele Menschen ansprechen zu können.

Ausstellungsbesucher können ihren eigenen Weg nach Gießen auf einem Globus markieren, eine kleine Stadtkarte und Graffiti zeichnen oder den Klängen der Stadt in einer Soundcollage lauschen. Auf diese Weise erfahren sie den Stadtraum durch Sehen, Hören, Fühlen und Spüren. Gießenern vertraute Orte wie das Rathaus, der Seltersweg oder die Galerie Neustädter Tor können durch den veränderten Blickwinkel eine neue, zutiefst persönliche Bedeutung annehmen.

So können Besucher das Rathaus aus der Perspektive der Workshop-Teilnehmer neu entdecken – als Ort der harmonischen Widersprüche. Für denjenigen, der auf eine Bleibeerlaubnis hofft, ist es ein Ort der Prüfung. Die Stadtbibliothek wird hingegen als ein Ort wahrgenommen, an dem jeder willkommen ist. Shaza, die auch an dem Workshop teilgenommen hat, lebte bereits in mehreren Ländern, bevor sie nach Gießen gezogen ist. Zu Hause fühlt sie sich in den Läden internationaler Modeketten, die sie schon aus ihren früheren Wohnorten kennt.

In einem Workshop unter der Leitung des Historikers und Kulturwissenschaftlers Joachim Baur hatten sich Studierende im Vorfeld der Ausstellung mit der Frage beschäftigt, wie es Ausstellungen gelingen kann, die Eindrücke und Erfahrungen von Stadt, die ihre Bürger machen, möglichst partizipativ und multisensorisch zu repräsentieren. Anregungen dazu gab die von Baur und Kathrin Pieper kuratierte Ausstellung "Fluchtpunkt Friedland" im Museum Friedland nahe Göttingen.

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