Frühes Interesse an Sechsbeinern

  • schließen

Gießen (bf). In den Laboren des Fraunhofer Instituts krabbelt es. Biene, Blattlaus, Wanze und Co. sind für die Wissenschaft interessanter als man denkt. Die Forschung an Insekten ist ein wichtiger Zweig auf dem Campus.

Gießen (bf). In den Laboren des Fraunhofer Instituts krabbelt es. Biene, Blattlaus, Wanze und Co. sind für die Wissenschaft interessanter als man denkt. Die Forschung an Insekten ist ein wichtiger Zweig auf dem Campus.

Die Justus-Liebig-Universität und die TH Mittelhessen haben einen neuen Masterabschluss gegründet, internationale Insektenbiologie und Bioressourcen. Im Rahmen der Nachwuchsförderung wurde Lea Zoé Balke eingeladen, die auf sich aufmerksam gemacht hatte, als sie 2016 bei "Klein gegen Gro? im Ersten mit Uschi Glas im Insektenerkennen wetteiferte.

Die Zwölfjährige ist nämlich Expertin für Krabbeltiere. Zur Führung des Fraunhofer Instituts über den Biologie- und Chemiecampus reiste sie mit ihrer Mutter und Schwester aus Frechen in der Nähe von Köln an. "Ich fand Insekten schon seit dem Kindergarten cool. Manche können das Fünffache ihres Gewichts tragen, und es gibt sie in vielen verschiedenen Größen", erzählt das Mädchen. Es gefalle ihr, Insekten anzugucken und ein Vorteil sei, dass man überall so viele von ihnen finde. Nicht wie bei anderen Tieren, die man zum Beispiel nur im Zoo sehen könne.

Die Teilnahme an der Fernsehshow kam über eine Anfrage vom Sender zustande. Für die kleine Insektenexpertin sei das alles ziemlich aufregend gewesen, obwohl sie lieber gegen Wigald Boning angetreten wäre, der ihr schon viel Wissen vermittelt hätte.

Die Führung war auch "cool", findet die Neuntklässlerin. Sie durfte mehrere Labore der Insektenbiotechnologie besuchen und verschiedene Doktoranden kennenlernen, die mit Insekten arbeiten. Merle Bartling von der Justus-Liebig-Universität konditioniert Bienen, sodass sie Drogen und Sprengstoff aufspüren können. Das sei eine weitaus schnellere Methode als die Arbeit mit Hunden, erklärte sie. Es gibt sogar Versuche, die Tiere Krebs- und Tuberkulosezellen erkennen zu lassen. Weiter geht es in die Büros, wo Gottesanbeterinnen, Stabheuschrecken und Wandelnde Blätter leben. Als im Flur eine Wespe auftaucht, ausnahmsweise ein Wildtier, wird sie intensiv beobachtet.

Die Blattläuse, mit denen Phillipp Kirfel vom Fraunhofer Institut arbeitet, haben mehr spannende Eigenschaften, als man auf den ersten Blick annehmen würde. Sie klonen sich selbst, bilden bei Bedarf Flügel aus, und können mit ihrem langen Rüssel Zuckersaft zwischen den Zellen des Blatts hindurch saugen.

Dem Mädchen gefielen jedoch die Madagaskar-Fauchschaben am besten. Die großen schwarzen Tiere geben ein Fauchen von sich, wenn man über ihren Panzer streicht. Obwohl Familie Balke auch ein Mikroskop zu Hause hat, war es für die Schwestern der erste Aufenthalt in einem Labor.

Ob sie in Gießen studieren will, weiß die junge Besucherin noch nicht, allerdings wolle sie auf jeden Fall eine Arbeit in der Naturwissenschaft anstreben. An ihrer Schule belegt sie die Fachrichtung "Forschen und Entwickeln". Und was macht die Schülerin, wenn mal keine Insekten zum Beobachten da sind? "Ganz viel lesen! Am liebsten Fantasybücher oder natürlich etwas über Tiere", sagt die Insektenbegeisterte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare