Die Fahrraddemo im Sommer ist eine der wenigen großen Aktionen von Fridays For Future in Gießen gewesen.	FOTO: SCHEPP
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Die Fahrraddemo im Sommer ist eine der wenigen großen Aktionen von Fridays For Future in Gießen gewesen. FOTO: SCHEPP

Klimaschutz

Gießen: So will „Fridays For Future“ 2021 präsenter sein - Blick auf Kommunalwahl

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
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Für die Gießener Ortsgruppe von Fridays For Future war das vergangene Jahr schwer, um für ihre Themen zu werben. Das soll in diesem Jahr anders werden.

  • Seit 2019 finden auch in Gießen regelmäßig „Fridays for Future“-Demonstrationen statt.
  • Doch die Corona-Pandemie machte den Protesten im Jahre 2020 einen Strich durch die Rechnung.
  • Für dieses Jahr hat die Gießener Fridays For Future“-Gruppe große Ziele.

Gießen - Als Greta Thunberg im August 2018 ihren Schulstreik fürs Klima beginnt, sitzt sie noch alleine vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm. Doch im Laufe der nächsten Jahre werden weltweit Tausende Menschen unter dem Banner von Fridays For Future (FFF) auf die Straße gehen, um mehr Einsatz in der Klimapolitik zu fordern. Auch in Gießen sind bei den Demonstrationen ab 2019 bis zu 1000 vor allem jüngere, aber auch ältere Menschen dabei.

Fridays For Future in Gießen: Blick auf die Kommunalwahl

Die Corona-Pandemie hat der Bewegung diesen Schwung genommen. Aber wenn man an die Anfänge mit einer Schülerin und einem Pappplakat denkt, muss das nicht viel heißen. Das glaubt auch Junis Poos, der sich bei FFF in Gießen engagiert.

Es ist ja nicht so, dass die Bewegung nicht auch in Gießen wirkungslos geblieben wäre. Sicherlich auch unter dem Eindruck der zahlenmäßig großen und lauten Proteste gerade der vielen Schülerinnen und Schülern stimmte das Stadtparlament mehrheitlich für den Bürgerantrag, in dem gefordert wird, dass Gießen bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein soll. Dennoch sagt Poos: »2020 waren wir nicht sonderlich erfolgreich«.

Fridays For Future in Gießen: Corona-Pandemie macht Strich durch Rechnung

Es gab kaum Aktionen der Gießener Ortsgruppe, die Personaldecke im Organisationsteam wurde dünner. Unter anderem deshalb, weil einige in andere Städte gezogen sind oder sich an den Protesten im Dannenröder Forst beteiligten. Und natürlich ist da noch die Corona-Pandemie, die viele andere Themen überlagert. »Natürlich haben wir darüber nachgedacht, eine Kundgebung mit Abstand und Maske zu machen«, sagt Poos, »aber verantworten wollten wir das dann doch nicht.« Nur im Sommer des vergangenen Jahres gab es eine Fahrraddemo mit rund 150 Teilnehmern.

Aktuell bilden bis zu acht Personen den harten Kern der Gießener FFF-Ortsgruppe. Im Umfeld gibt es mehr Unterstützer, aber einige lernen zum Beispiel gerade fürs Abitur. Die anderen planen Aktionen: Ende Februar soll es eine Plakat- und Kreideaktion in Solidarität mit der Verkehrswende Gießen geben. Und für Freitag ruft die FFF-Ortsgruppe dazu auf, um 18 Uhr zur Justizvollzugsanstalt in Gießen zu kommen. Hier wollen die Demonstranten ihre Solidarität mit den beiden Protestlern aus dem Dannenröder Forst erklären, die aktuell in Untersuchungshaft sitzen.

Die Gießener Aktivisten von FFF halten den Bau der Autobahn durch den Dannenröder Forst für eine »veraltete Idee«, sagt Poos. Er gibt aber zu, dass die Mitglieder uneinig seien, welche Form des Protestes und der Solidarität mit den Demonstranten vor Ort die richtige ist. Und wie diese dann vor allem den Gießener Schülerinnen und Schülern vermittelt werden kann.

Fridays For Future in Gießen: Ziel ist autofreie Innenstadt

Vielleicht trifft es sich gut, dass die Kommunalwahl vor der Tür steht - und damit wieder verstärkt Gießener Themen diskutiert werden. Sympathie hegt Poos beispielsweise für die Liste »Gießen gemeinsam gestalten« (Gigg), in der zum Beispiel Initiatoren des Bürgerantrags Gießen 2035Null beteiligt sind. Die FFF-Ortsgruppe jedenfalls sieht viel Handlungsbedarf. Eine autofreie Innenstadt zum Beispiel wäre ein lohnenswertes Ziel, sagt Poos.

Außerdem seien viele Radwege gerade stadtauswärts in einem schlechten Zustand, nur auf einer Straßenseite zu finden - oder erst gar nicht vorhanden. Ebenfalls wichtig sei der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Oft seien die Busse überfüllt - trotz der Pandemie. Dass Eltern ihre Kinder dann lieber mit dem Auto in die Schule bringen und so für ein vermehrtes Verkehrsaufkommen vor den Einrichtungen sorgen würden, sei die logische Konsequenz. Poos ist sich sicher, dass der Kampf für mehr Klimaschutz Erfolg haben kann. »Die Corona-Krise zeigt, dass wir etwas erreichen können«, sagt er - wenn viele Menschen an einem Strang ziehen.

Wer sich bei FFF Gießen beteiligen will, kann donnerstags ab 17 Uhr unter www.fffgiessen.de an der Videokonferenz teilnehmen.

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