Silvestermüll

Freude am Feuerwerk in Gießen ungebrochen

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Trotz Debatten um Feinstaub oder Tierschutz haben die Gießener an Silvester vermutlich mehr Feuerwerk gezündet als ein Jahr zuvor. Dafür gibt es zwei Indizien.

Gießen(kw). Trotz Debatten um Feinstaub, Tierschutz und Brandgefahren haben die Gießener das Jahr 2020 mit reichlich Böllern und Raketen begrüßt. Es gab möglicherweise sogar mehr Feuerwerk als ein Jahr zuvor. Das lässt sich aus zwei Indizien schließen.

Erstens: Die Menge an liegengebliebenem Müll. Diese habe sich "nach den Beobachtungen unserer Mitarbeiter erhöht", erklärt Stadträtin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) auf GAZ-Anfrage. "Die größten Verunreinigungen wollen wir noch im Laufe der Woche angehen." Insgesamt werde es voraussichtlich bis Mitte nächster Woche dauern, bis das Stadtreinigungsamt sämtliche Rückstände der Silvesternacht beseitigt hat. Eigentlich sind dafür die Verursacher zuständig.

Zweitens: Die Feinstaubwerte. Sie schnellten zu Beginn des Jahres 2020 wie üblich nach oben. Als Durchschnittswert der Stunde zwischen Mitternacht und 1 Uhr meldet die Station an der Westanlage 476,3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In der Spitze waren es 637,8. Diese Menge kam dem Rekord von Neujahr 2008 mit 833 Mikrogramm recht nahe. Damals blieb der Qualm im dichtem Nebel hängen. Der gesetzliche Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft darf an höchstens 35 Tagen pro Jahr überschritten werden. In Gießen bleibt die Zahl üblicherweise im einstelligen Bereich.

Im November hatte das Stadtparlament über einen Linken-Antrag diskutiert, nur noch an wenigen Stellen Silvesterfeuerwerk zu erlauben. Alle anderen Fraktionen lehnten das ab. Für eine derartige Einschränkung gebe es keine rechtliche Grundlage.

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